Reckendorf — Das Schicksal der Reckendorfer Synagoge verlief so wie bei allen jüdischen Gotteshäusern, die die Brandschatzungen der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 überstanden hatten: Schändung und Zerstörung der Inneneinrichtung, Zwangsverkauf (21. Juli 1939) und daraufhin profane Nutzung. Bereits vier Monate nach Übereignung an die politische Gemeinde begannen Umbauarbeiten (Einbau einer Zwischendecke), die von der nationalsozialistischen Regierung "zur Beschaffung neuer Arbeitsstätten für Rückgeführte" gefördert wurde.
Was war passiert? Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall der deutschen Truppen auf Polen der Zweite Weltkrieg. Auch an der westlichen Landesgrenze begannen die Kämpfe des Frankreichfeldzugs. Bereits am 3. September wurde die städtische Zivilbevölkerung von Pirmasens evakuiert. Die dortige Industrie wurde großteils auf andere Orte verteilt.