IHK-Präsident Friedrich Herdan spricht von "sich abschwächender Dynamik". Die Industrie- und Handelskammer kommt in ihrer Quartalsumfrage zur aktuellen Konjunktur noch auf gute Zahlen: Ein Großteil der Unternehmen zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, doch beim Blick in die Zukunft wachsen die Bedenken. "Diese Entwicklung ist vor allem der verhaltenen Weltkonjunktur, insbesondere der Wachstumsschwäche in China und anderen für die Coburger Exportwirtschaft wichtigen Schwellenländern, geschuldet. Der IHK-Konjunkturklimaindikator fällt entsprechend auf 130, bewegt sich aber immer noch über dem langjährigen Mittelwert von 115", heißt es in der Mitteilung der IHK.
Die IHK schlüsselt die Zahlen wie folgt auf: 50 Prozent der befragten Unternehmen berichten noch von guten Geschäften, 43 Prozent bezeichnen die Lage als zufriedenstellend, sieben Prozent hoffen auf bessere Geschäfte. Für die kommenden Monate rechnet jedes vierte Unternehmen mit einer Belebung, neun Prozent gehen von einer Eintrübung aus. Der regionale Arbeitsmarkt bleibe jedoch stabil, meldet die IHK. Die Arbeitslosenquote liege bei 4,4 Prozent. Die Kehrseite, zumindest bei den Möbelherstellern: Bei 60 Prozent der befragten Branchenvertreter gefährdet der Fachkräftemangel die Geschäftsentwicklung. Dies ist ein Plus von 18 Prozentpunkten zur Vorumfrage.
Die Coburger Industrieunternehmen rechnen zwar immer noch mit Wachstum, aber die Erwartungen sind nicht mehr so hoch wie zu Jahresanfang. Damals meldeten noch 36 Prozent ein Plus im Inland, nun nur noch 29 Prozent. "Die insgesamt positiven Investitions- und Beschäftigungspläne deuten aber darauf hin, dass die heimischen Betriebe allenfalls von einer temporären Wachstumsschwäche ausgehen", heißt es in der Mitteilung der IHK.
Den Maschinenbauern macht zum Beispiel das Russlandgeschäft zu schaffen: zum einen, weil für das Land ein Embargo gilt, zum anderen, weil dort die Rezession spürbar wird. Die regionalen Automobilzulieferer spüren weiterhin die konjunkturell schwächere Nachfrage aus China. Hinzu kommt, dass immer mehr Teile für Autos, die in China verkauft werden, auch vor Ort produziert werden. Kompensierend wirkt aber, dass die Bundesbürger sich weiterhin in Konsumlaune befinden und dadurch das Inlandsgeschäft bei 36 Prozent der Branchenvertreter gesteigert wurde.
Anders sieht es in der (Polster-)Möbelbranche aus: Jedes zehnte Unternehmen ist wegen gesunkener Auftragseingänge insbesondere aus dem Inland unzufrieden. 50 Prozent der befragten Unternehmer berichten von ausgelasteten Kapazitäten. Die Möbelhersteller haben denn auch ihre Geschäftserwartungen am deutlichsten reduziert: 44 Prozent der Unternehmer rechnen in den kommenden Monaten mit einem weiter rückläufigem Inlandsgeschäft; ein Quartal zuvor taten das elf Prozent.
Die besten Zahlen meldet das Versicherungs- und Finanzgewerbe: 25 Prozent der Branchenvertreter konnten ihre Geschäftslage nochmals verbessern, kein Unternehmen ist unzufrieden. Ein Drittel rechnet mit weiter steigenden Umsätzen. Auch die übrige Dienstleistungsbranche zeigt sich weitgehend optimistisch. Dort rechnen elf Prozent der befragten Unternehmen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftsentwick-lung. Der Einzelhandel gibt sich ebenfalls mehrheitlich zufrieden und erwartet, dass es dabei bleibt. Auch im Großhandel werden die aktuelle und die künftige Lage positiv betrachtet. 50 Prozent der befragten Unternehmen gehen von besseren Geschäften und 42 Prozent von steigenden Inlandsumsätzen aus. Steigende Zahlen meldet auch der Tourismus: Der Umsatz bei Urlaubsreisenden ist bei 24 Prozent der befragten Betriebe gestiegen. Von guter Zimmerauslastung in den letzten sechs Monaten berichten 75 Prozent; 57 Prozent wollen ihre Investitionen erhöhen. red