In diesem Jahr stehen Bayerns beste Rotkreuz-Nachwuchskräfte im Mittelpunkt: Über 300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus 40 Wettbewerbsgruppen haben sich für den Jugendrotkreuz-Landeswettbewerb 2017 qualifiziert, der heuer vom 14. bis 16. Juli in Tüßling stattfindet. Sechs junge "Sanis" aus Neustadt werden heuer dabei sein - sie sind die ersten, die das seit der Gründung 1956 geschafft haben.
"Da sind wir schon auch stolz drauf", sagt Christopher Curth. Für ihn ist es gleichzeitig die letzte Chance, beim Landeswettbewerb, der wichtigsten Veranstaltung des BRK für den Nachwuchs, teilzunehmen. Im kommenden Jahr rutscht er über die Altersgrenze. In der höchsten Altersklasse sind die Teilnehmer zwischen 16 und 27 Jahre alt.
Das Jugendrotkreuz aus dem Itzgrund schaffte es mit seiner Bambini-Gruppe der Sechs- bis Achtjährigen, sich für den Landesentscheid zu qualifizieren. Entsprechend stolz sind die Gruppenleiterinnen Daniela Werner und Alexandra Stüllein auf ihre junge Truppe.
Es sind die besten Rotkreuz-Nachwuchskräfte aus ganz Bayern, die sich an diesem Wochenende in Tüßling bei Altötting treffen. Über 300 junge Menschen zeigen dort ihr Können. Die Teilnehmer haben sich in fünf Bezirkswettbewerben durchgesetzt und fiebern nun dem Kräftemessen auf Landesebene entgegen.


Zwei Kilometer Parcours

Der Wettbewerbsparcours hat eine Länge von zwei Kilometern und verläuft bei schönem Wetter quer durch Tüßling. Unterschiedliche Notfallsituationen werden hier nachempfunden, das heißt real geschminkte "Verletzte" müssen beispielsweise erstversorgt werden. Die Gruppen können zeigen, wie sie einen Druckverband anlegen, den Verunfallten in eine stabile Seiten- oder Schocklage bringen, gegebenenfalls eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen oder Verbrennungen behandeln. Die Teilnehmer im Alter von sechs bis 27 Jahren bauen selbst eine Zeltstadt auf, die vergleichbar auch im Katastrophenschutz eingesetzt wird. Sie schlafen auf Feldbetten und erleben, wie sich der Einsatz vor Ort bei Großlagen anfühlt.
Die BRK-Führung misst dem Wettbewerb hohe Bedeutung zu. "Man kann nicht früh genug mit der Ausbildung beginnen. Nur wer über ein solides Fundament verfügt, hat das Selbstvertrauen und die nötige Kompetenz, um im Notfall Erste Hilfe zu leisten", sagt Sonja Erben, Vorsitzende des Bayerischen Jugendrotkreuzes.


Gut vorbereitet

Die Neustadter fühlen sich gut vorbereitet. In den Gruppenstunden stand der Wettbewerb in der letzten Zeit im Mittelpunkt. Vor allem, wenn es um die Praxis geht, kennen sich die sechs jungen BRKler gut aus. "Wir haben alle Praxiserfahrung und fahren zum Beispiel Einsätze als Helfer vor Ort", sagt Christopher Curt.


Interesse an der Mitarbeit

In Neustadt kann das Rote Kreuz auf eine gute Nachwuchstruppe aufbauen. "Wir haben steigende Zahlen bei den Anmeldungen nicht nur bei den Jungen, auch bei der Bereitschaft", berichtet Curth. Es sagt aber auch: "Es können nie genug sein."
Gerade in Neustadt, wo die Helfer vor Ort rund um die Uhr in Bereitschaft sind und Jahr für Jahr Hunderte von Einsätzen absolvieren, können Nachwuchskräfte, die zum BRK kommen, sicher sein, dass es nicht langweilig wird. Und ebenso sicher werden sie auch in Zukunft gebraucht.