Der Kulturpreis der Stadt Bamberg wird in diesem Jahr an die Komponistin und Musikerin Viera Janárceková verliehen. Sie kam als Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia nach Bamberg und lebt seither hier. Der Preis wird im jährlichen Wechsel als E.T.A.-Hoffmann-Preis oder als Kulturförderpreis verliehen. Nach der Würdigung der innovativen Arbeit des Theaters im Gärtnerviertel (TiG) durch die Verleihung des Kulturförderpreises 2019 wird in diesem Jahr der E.T.A.-Hoffmann-Preis vergeben. Der Kulturpreis ist mit 6000 Euro dotiert, teilt die Stadt mit.

Viera Janárceková stammt aus der Slowakei, emigrierte jedoch schon vor fast 50 Jahren nach Deutschland und hat sich in dieser Zeit an verschiedenen Orten als Pianistin, Musikpädagogin und Komponistin etablieren können. Nach Bamberg kam sie 2010 als Stipendiatin des Künstlerhauses und fand hier nach dem Aufenthalt in der Villa Concordia ihr ständiges Zuhause. Seither ist ihr Name aufgrund vielfältiger musikalischer Aktivitäten mit der Stadt eng verbunden. Sowohl die Bamberger Symphoniker als auch die hiesige Kirchenmusik sind früh auf sie aufmerksam geworden und haben sich der Darbietung ihrer Werke gewidmet. Erinnert sei beispielsweise an die Aufführung von "De aeternitatis concentu" anlässlich des 1000. Jubiläums der Domweihe 2012 - ein ehrenvoller Kompositionsauftrag. Auch die Porträtabende des Vereins für Neue Musik oder die Auftritte Janárcekovás als Musikdozentin sind in nachdrücklicher Erinnerung geblieben.

Originalität und Humor

Beim Blick auf ihr Oeuvre fällt einerseits die beachtliche Vielfalt an Gattungstypen auf, andererseits eine Neigung zu kammermusikalischen Besetzungen. Schon die Werktitel zeugen von stilistischer Originalität und oft genug auch von Humor, die Kompositionen erst recht. "Die Sphären einer abgehobenen musikalischen Avantgarde mag sie gelegentlich berühren, doch ihr eigentliches Terrain sind sie nicht, denn die Vermittelbarkeit von und das Berühren durch Musik ist ihr vornehmliches Anliegen", heißt es von der Jury.

Viera Janárceková vermag die Möglichkeiten und Grenzen der Instrumente, für die sie schreibt, sehr präzise einzuschätzen, was ihr den Ruf eingebracht hat, eine "Entdeckerin des Klanges" zu sein, eine "sanfte Abenteurerin, die zuvor nie gehörte Farben erfindet". Der berühmte Komponistenkollege Wolfgang Rihm zum Beispiel attestierte ihr die Fähigkeit, verbrauchte "Klänge und Geräusche ... in die Sphäre des Vitalen, im besten Sinne: Musikantischen zurückzuholen". Dieses Musikantische muss Janárceková schon aufgrund ihrer Herkunft liegen, und so wundert es nicht, dass sie, die Musikerin mit Bodenhaftung, gelegentlich auch eigene Volksliedbearbeitungen zum Besten gibt, dabei selbst singt und Klavier spielt. Diese Nähe zum Publikum, zumal zum jüngeren, hat sie auch zur Mitwirkung an schulischen Projekten und Workshops prädestiniert, wozu sie von Bamberger Musikpädagogen gerne eingeladen wird. Die Jury abschließend: "Für ihre herausragenden Kompositionen, geprägt von Frische, Klangabenteuern und Experimentierfreude, für ihre katalysatorisch heitere Rolle im Bamberger Musikleben, auch im Zusammenspiel mit jungen Menschen, wird Viera Janárceková der E.-T.-A.-Hoffmann-Preis zugesprochen." red