Zum Bericht "Wird Straße in Dormitz erneut gesperrt?" vom 6. November: In der Tat, die Radfahrenden erwarteten mit Spannung den Abschluss der Bauarbeiten an der Dormitzer Brandbach-Brücke. Die Hoffnungen auf eine Verbesserung der Situation haben sich jedoch zerschlagen. Im Gegenteil, eine Verschlimmerung ist eingetreten!

Radfahrer riskieren nunmehr beim Überqueren der verkehrsreichen Staatsstraße, Leib und Leben aufs Spiel setzen. Ein kurzes, aber wichtiges Stück Radweg existiert nicht mehr. Einfach weg.

Im Bebauungsplan "Am Brandbach" sieht man einen Geh- und Radweg, der über die Brücke bis vor die neue Wohnanlage führt. Nichts davon wurde umgesetzt. Fragt man nach den Gründen, so landet man in einem Schwarzer-Peter-Spiel. Keiner will's gewesen sein. Als Trost kommt der Hinweis, es handle sich um ein "Provisorium". Das kennen wir zur Genüge.

"Ja, wenn die West-Umgehung von Dormitz erst einmal gebaut ist, dann wird alles besser", heißt es seit Jahren. Egal, was man von einer Westumgehung hält, jetzt und genau jetzt brauchen wir sichere Wege für Radfahrer und nicht am Sankt-Nimmerleins-Tag. Klimawandel ist offenbar in diesen Kreisen ein Fremdwort. Soll denn der Autoverkehr wie bisher verhätschelt und gepäppelt werden?

Es geht nicht darum, den momentan Radfahrenden mehr Komfort zu verschaffen. Diejenigen, die jetzt das Fahrrad benutzen, das sind die Hartleibigen und Robusten, die auch unter miesen Bedingungen fahren. Aber vielleicht sitzt in den vielen Autos doch der eine oder die andere, die sich um ihren CO2 -Ausstoß sorgen. Es sind ja nicht nur "sportliche" SUV-Fahrer unterwegs.

Das Fahrrad ist die total abgasfreie Alternative. Dazu braucht es sichere und stressfreie Wege. Es sind keineswegs Arme und Minderbemittelte, die sich kein Auto leisten können, mit dem Fahrrad unterwegs. Mancher lässt seinen Umweltschädling zu Hause stehen und hat sich überlegt, wie man den Weg zur Arbeit an jährlich 200 Arbeitstagen ohne Rückgriff auf fossile Treibstoffe zurücklegen kann.

Sie zu fördern, das könnte man vielleicht als Wertschätzung bezeichnen. Aber auf diese Idee kommen diejenigen, die so einen Mist produzieren, wohl eher nicht.

Gerhard Krahl

Hetzles