Die Weiterführung der Dorferneuerung, die 2023 anstehende 1000-Jahr-Feier und die Betreuung der seit einer Woche in Kirchaich lebenden Asylbewerber waren die wesentlichen Themen der Bürgerversammlung im Ägidiushaus in Kirchaich.
Drei Flüchtlingsfamilien mit Kindern und ein Paar, das ein Kind erwartet, alle aus Afghanistan, sind vor wenigen Tagen in Kirchaich in Wohnungen eingezogen, die das Landratsamt angemietet hat. Zuvor waren sie drei Monate lang in einer Notaufnahme-Einrichtung in Haßfurt. Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) bat darum, dass sich auch in Kirchaich Bürger um die Familien kümmern, wie das in Tretzendorf und Unterschleichach sehr gut funktioniere. Erste Kontakte habe es in den wenigen Tagen schon gegeben.
Die dezentrale Unterbringung berge große Chancen der Integration, brauche wegen der wenigen Busverbindungen allerdings Unterstützung aus der Bevölkerung. Dabei gehe es vor allem um Fahrten zum Einkaufen oder zum Facharzt und natürlich um die Unterstützung beim Deutsch-Lernen, erklärte die Dritte Bürgermeisterin Sabine Weinbeer aus den bisherigen Erfahrungen. Wer sich gerne engagieren möchte, kann sich an Beate Heß in der Gemeindeverwaltung oder direkt an den Bürgermeister wenden. Siza Zaby, die auf Landkreisebene in der Betreuung der Flüchtlinge mitarbeitet, schlug vor, ein Willkom-menscafé zu veranstalten.
Im weiteren Verlauf der Bürgerversammlung legte Bürgermeister Thomas Sechser die Rahmendaten der Gemeinde vor. Auch im größten Gemeindeteil Kirchaich mit 911 Einwohnern gebe es eine negative Bevölkerungsentwicklung: Sieben Geburten im letzten Jahr standen 13 Sterbefälle gegenüber, erläuterte er.
Nachdem in Kirchaich in den vergangenen Jahren das alte Rathaus energetisch saniert und der Kindergarten neu gebaut worden ist, geht es heuer in der Dorferneuerung weiter. An fünf verschiedenen Stellen in Kirchaich sollen gestalterische Verbesserungen, teils auch übersichtlichere Verkehrsführungen erreicht werden. So wird der Kirchweg mit dem gleichen glatten Pflaster belegt wie der Platz zwischen Kirche und Ägidiushaus. An der Einmündung des Kaulberges, wo der Kirchaicher Kerwasbaum aufgestellt wird, entsteht ein kleiner Platzbereich, und auch der Fußweg, der von dort zur Straße Richtung Dankenfeld führt, wird neu gestaltet und durch einen Spielplatz aufgewertet. Auch an der Einmündung der Lembacher Straße und des Mühlweges in die Bamberger Straße wird es einige gestalterische Verbesserungen geben; die Einmündungen der Straßen sollen klarer definiert werden. Mehr Übersichtlichkeit soll bei den Straßenverzweigungen am Schützenhaus erreicht werden. Schließlich steht die Verschönerung des Friedhofsumfeldes in den Planungen, vor allem ein besserer Standort für den Grüngutcontainer.
Zum Friedhof gab es eine ausführlichere Diskussion um die Frage, ob zusätzlich zu den Urnengräbern auch eine Urnenwand oder ein Urnenfeld einfach im Rasen angeboten werden sollte. Die Thematik wird im Gemeinderat nochmals diskutiert. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass sich die Kosten für Maßnahmen im Friedhof auf die Grabgebühren niederschlagen.


Straßen werden ausgebaut

Zwei Straßenbaumaßnahmen kündigte der Bürgermeister an, die sich vermutlich eine Zeitlang überlappen werden. Der Kreis baut jetzt die Straße von Trossenfurt nach Hummelmarter aus, der Staat die Staatsstraße von Kirchaich nach Dankenfeld. Bürgermeister Thomas Sechser bedankte sich ausdrücklich bei den Grundstücksbesitzern, die Flächen für den Straßenbau abgegeben haben.
Ein Anliegen ist den Kirchaichern der Beginn der Erschließung im Baugebiet "Hinter der Quelle". Dieser wie auch andere Bebauungspläne in Oberaurach sind rechtskräftig. Die Areale könnten umgehend erschlossen werden, sagte Sechser, wenn der größte Teil der Flächen in Gemeindeeigentum ist und sich Bauwillige im Rathaus melden.
Der Bebauungsplan in Kirchaich sieht über 50 Bauplätze vor, die in Abschnitten erschlossen werden sollen. Diese Erschließung könnte auch schon beginnen, wenn Gemeinderatsmitglieder nicht eine zu hohe Belastung durch Bauverkehr am neuen Kindergarten befürchten würden. Die Haupterschließungsstraße komplett durchzubauen, sei jedoch nicht möglich, sagte der Bürgermeister. Allerdings wurde in der Versammlung überlegt, ob nicht eine Baustraße zu der Lembacher Straße möglich wäre, wenn die Grundstücksbesitzer mitmachen. Diese Lösung soll verfolgt werden.
Das Thema Hundekot ist auch in Kirchaich präsent. Hier will der Gemeinderat an einem beliebten Weg nach Trossenfurt die ersten Hundetoiletten installieren. Ein Bürger stellte ein Konzept mit Gentests vor.


Ortsjubiläum 2023

Abschließend wiesen Karlheinz Kager und Kreisheimatpfleger Christian Blenk darauf hin, dass Kirchaich 2023 seine 1000-Jahr-Feier begehen könne. Um die Geschichte des Ortes aufzuarbeiten, hat sich bereits ein kleiner Kreis zusammengefunden, der sich über jeden weiteren Interessenten freut. Vor allem gehe es auch darum, die Erinnerungen von Zeitzeugen zu sammeln, so Christian Blenk. Die Geschichtsforschung soll möglichst abgeschlossen sein, wenn es dann in die konkrete Festvorbereitung geht. sw