von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Ebensfeld — "Bewahren Sie sich ihre Hofstruktur und stärken sie die Wohnqualität." Nicht der einzige Rat, den Stadtplanerin Yvonne Slanz an diesem Abend gab. Slanz und ihr Kollege Markus Schäfer vom Bamberger Planungsbüro Transform stellten am Montagabend im Gasthaus Greßano das Ergebnis der vorbereitenden Untersuchung zur Städtebauförderung vor.
Yvonne Slanz ging kurz auf den zeitlichen Ablauf des Verfahrens ein. Im Mai letzten Jahres fand dazu die Auftaktveranstaltung statt. Es folgte eine Eigentümerbefragung, gefolgt von einer sogenannten Bürgerwerkstatt und einem ersten öffentlichen Zwischenbericht im Oktober. Eine der Stärken von Ebensfeld liegt in seiner historischen Dorfstruktur, die sich auch in der Geschichte widerspiegelt. Eine Besonderheit sieht Slanz im Doppelstraßenzug (Hauptstraße/Untere Straße) mit seinen dazwischen liegenden Gartenparzellen, die mit ein Grund für die hohe Wohnqualität im Ort sind. Allerdings habe es in einigen Bereichen eine Nachverdichtung gegeben, wodurch einiges an Qualität verloren ging.

Sparkassenbau untypisch

Die Hauptstraße ist von der Entwicklung des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts geprägt. Hier liegen auch die repräsentativen Gebäude wie beispielsweise die Pfarrkirche, das Pfarrhaus und die Gasthöfe. Im Gegensatz dazu besitze die Untere Straße ein "dörfliches Gepräge". Hier sei der Erhalt der historischen Struktur des 17. Jahrhunderts besonders hoch. "Ebensfeld hat sich von der Vergangenheit bis heute eine hohe Nutzungskontinuität bewahrt", lautet das Fazit der Stadtplanerin. Allerdings habe es auch einige bauliche Veränderungen gegeben und damit auch einen Verlust an historischer Substanz. Beispielsweise der Neubau der Sparkasse, der vom Baukörper nicht typisch für die Hauptstraße sei oder der Einbau von Ladengeschäften in historische Gebäude.
Als Bereiche, die weiterentwickelt werden könnten, nannte Slanz die Bahnhofsrestauration, eine leerstehende Gärtnerei und die ehemalige Tankstelle Kiesler. In Zusammenhang mit der alten Bahnhofsrestauration sprach Markus Schäfer von einem gewissen Zielkonflikt. Vor dem Gebäude soll demnächst eine Lärmschutzwand entstehen, die die Optik auf das Gebäude maßgeblich beeinflussen werde. Bei einem Abbruch des Gebäudes könnte an selber Stelle ein Info-Point entstehen mit Fahrradständern für Pendler und Broschüren für Urlauber.
Die Gewächshäuser an der alten Gärtnerei könnten ebenfalls zurückgebaut werden und Platz für neuen Wohnraum schaffen. Die Tankstelle, die gerade zurückgebaut wird, wäre als Wohnraum für Menschen mit Behinderung gut vorstellbar. Augenscheinlicher Sanierungsbedarf bestehe laut Slanz nur an wenigen Gebäuden. Auch gibt es wenig Leerstände. Hausbesitzer sollten sich aber einen Rückbau von unpassenden Fenstern, Einbauten und ähnlichen Elementen überlegen. Ein Nahwärmenetz wäre im Bereich der Gärten zwischen der Unteren Straße und der Hauptstraße möglich. Ein Vorschlag, der für einen Anwohner nicht zur Diskussion stand. Er hatte gerade seine Heizanlage erneuert.
Die nächsten Schritte sind die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden. Nach Abwägung und Fertigstellung der vorbereitenden Untersuchungen kann dann der Erlass einer Sanierungssatzung durch den Gemeinderat erfolgen, die die Grundlage für die Umsetzung konkreter Maßnahmen im historischen Ortskern bildet. Die Gültigkeit eines Sanierungsgebietes erstreckt sich über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren.
Man möchte keinen Stillstand, sondern die Marktgemeinde weiterentwickeln, betonte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU).
Im Endeffekt sei aber jeder Hausbesitzer selber verantwortlich, ob er Maßnahmen ergreife oder nicht.