Kein Zweifel: Der aktuelle Corona-Lockdown trifft auch die Kinder sehr hart. Viele verbringen neben der Schule die meiste Zeit in Sportvereinen. Das fällt seit November schon zum zweiten Mal in diesem Jahr komplett weg.

"Wir könnten womöglich eine Generation Jugendfußballer an die Playstation verlieren", sorgt sich Christian Göpfert, Jugendleiter der DJK Franken Lichtenfels. Dennoch bedient sich die Jugendabteilung der DJK gerade dieser Affinität der Kinder und Jugendlichen zu digitalen Medien und beschreitet dabei neue Wege.

Göpfert will die Maßnahmen der Regierung nicht infrage stellen, obwohl auch seine Frau Wencke als Selbstständige hart vom Lockdown getroffen wird. Aber er erlebt Tag für Tag, wie es Kindern ergeht, denen "das Bolzen" und die Treffen mit den Freunden fehlen. Die Kinder des Jugendleiters, Arne (sieben Jahre) und Ole (elf Jahre), leiden darunter, nicht zum Fußball-Training gehen und sich auspowern zu können. Göpfert schätzt, dass die Mitgliederzahl in den bayerischen Sportvereinen im Kinder- und Jugendbereich pandemiebedingt um fünf Prozent zurückgehen wird.

Sorge um Entwicklung der Kinder

"Diese Entwicklung macht mir Sorge, denn Sport und Bewegung sind grundlegende Pfeiler in der Entwicklung von Körper und Geist eines jeden Menschen, insbesondere im Kindes- und Jugendalter", sagt Göpfert.

Wie aber kann man die Kinder weiterhin an den Verein binden? Wie kann man verhindern, dass sich die Kinder selbst verlieren? Wie lässt sich Kontakt zu den Kindern und ihren Eltern aufrechterhalten, in Zeiten, in denen es geboten ist, Kontakte zu vermeiden? Wie kann der Verein den Kindern ein Bewegungsangebot machen und so vielleicht auch die Eltern entlasten?

Aus diesen Überlegungen heraus wurde die Idee geboren, ein "Padlet" zu erstellen. Ein "Padlet" ist eine digitale Pinnwand, auf der Texte, Bilder, Videos, Links, Sprachaufnahmen et cetera abgelegt werden können.

"Die Kinder- und Jugendtrainer der DJK und ich haben für Kinder geeignete Übungen - mit und ohne Ball - zusammengestellt und mit unseren eigenen Kindern erprobt." Alle Übungen enthalten neben einer kurzen Beschreibung auch ein Video, das die Durchführung zeigt. "Bei der Auswahl der Inhalte haben wir darauf geachtet", merkt Göpfert an, "dass die Bewegungsaufgaben allein und auf kleinem Raum - im Garten oder gar im heimischen Wohnzimmer - ausgeführt werden können."

Fußball-Feriencamp für Kinder

Das "Padlet" bietet auch die Möglichkeit, dass die Kinder sich bei ihren Fortschritten filmen lassen und diese Videos an die digitale Pinnwand anheften können. Auch Vorschläge und Ideen eigener Übungen lassen sich dort ablegen und sollen die Mannschaftskameraden zum Nachahmen animieren. Technik, Geschicklichkeit, Koordination und Kraft lassen sich auch im Eigentraining auf kleinem Raum verbessern. Heimtrainings-Challenges, also kleine Wettbewerbe, sollen den Ehrgeiz der Kinder anstacheln und die Motivation, sich zu bewegen, erhöhen.

Außergewöhnliche Situationen bedürfen außergewöhnlicher Maßnahmen! Trotz allem hofft Göpfert aber, dass sich mit dem kommenden Frühling die Pandemie-Situation entspannt und Trainingsbetrieb wieder möglich wird. Denn schon in der ersten Osterferien-Woche (30. März bis 1. April) will die DJK Franken Lichtenfels mit dem 1. FC Nürnberg ein dreitägiges Fußball-Feriencamp für Kinder von sechs bis 14 Jahren am vereinseigenen Sportgelände ausrichten. red