Der Ortsverband der CSU plant für heuer ein großes Polit-Event. Dazu erwartet man einen hochrangigen Gast. Es soll kein Geringerer sein als der Generalsekretär der Partei, der Passauer Abgeordnete Andreas Scheuer. Das verdeutlichte Ortsverbandsvorsitzender Klaus Witzgall bei der Hauptversammlung.
Hintergrund der Veranstaltung ist das 70-jährige Bestehen des Verbandes. "Wir gehörten zu den ersten, die in der Nachkriegszeit gegründet worden sind. Das können nicht viele von sich behaupten", unterstrich Witzgall in der vollbesetzten Gastwirtschaft Gärtner. Mit Scheuer habe man einen der profiliertesten Redner der CSU gewinnen können. Er gilt als ein kühler Analytiker, ausgestattet mit verbaler Schlagkraft und einer spitzen Zunge - also ein politischer "Wadlbeißer".
Stattfinden soll die Veranstaltung am 18. August im Bierzelt der Brauerei Schübel, das zu diesem Zeitpunkt an der Knollenstraße aufgebaut sein wird.
Mit der Veranstaltung will man neue Wege beschreiten. Das Konzept sieht keine Parteikundgebung althergebrachten Zuschnitts vor, sondern ein launiges Fest - mit anschließender fetziger Musik für die Jugend und Barbetrieb. Interessant dürfte das Meeting auch deshalb sein, weil es in die Hochphase der Wahlwerbung fällt: Vier Wochen darauf wird der neue Bundestag bestimmt.
In einem umfangreichen Rückblick schilderte Witzgall die Initiativen der Stadtsteinacher CSU der jüngeren Vergangenheit. Froh zeigte sich Witzgall über den Neubau der Schulturnhalle. Darauf habe die CSU schon hingearbeitet in einer Zeit, die weit vor dem Amtsantritt des jetzigen Bürgermeisters gelegen habe.
Ausführlich würdigte er den Einsatz seiner Partei zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in der ehemaligen Kreisstadt. Demnach hat die CSU maßgeblich die Protestaktion der Anlieger der B 303 unterstützt, bei der sie im Sommer vergangenen Jahres den raschen Bau einer Ortsumgehung gefordert hatten. Nie sei man dem Bau der von großen Teilen der Stadtsteinacher Bevölkerung gewünschten Umgehung näher gewesen: "Wenn die Straße realisiert wird, hat die CSU den größten Anteil daran."
Witzgall würdigte den Einsatz der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner in dieser Sache. Roland Wolfrum hingegen habe lange Zeit nicht gewusst, ob er für oder gegen den Bau der Umgehung sein solle. "Der Bürgermeister war in dieser Angelegenheit zerrissen."
Beim Thema Finanzpolitik konnte sich der Vorsitzende einen Nebenhieb auf politische Opponenten der CSU nicht verkneifen. Die nähmen die finanziellen Förderungen aus München gerne entgegen. Kaum sei aber der Scheck überreicht, würden sie wieder auf die CSU schimpfen. Wenn aber die bayerische Staatsregierung nicht so gut wirtschaften würde, dann würden die Förderquoten für die Kommen weitaus geringer ausfallen.
Zu den weiteren Initiativen der örtlichen CSU zählte der Redner eine Reihe von Betriebsbesichtigungen, eine Fahrt ins Europa-Parlament sowie die Herausgabe einer eigenen Zeitung. Hierbei dankte er insbesonders Tobias Schöffel als Motor des Druckwerks. Zudem würdigte er die Arbeit der Jungen Union. "Wir sind die einzige Partei Stadtsteinachs, die noch eine Jugendorganisation hat. Darauf sind wir stolz."
Deren Vorsitzender Jonas Gleich nannte seine 16-köpfige Truppe ein "stabiles Team" und verwies auf geplante Maßnahmen. Demnach wird man sich am Stadtfest beteiligen und wieder eine sogenannte "Arschbomben-Meisterschaft" im Freibad durchführen.
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Lars Leutheußer war zuvor auf die Arbeit im Stadtrat eingegangen. Dabei unterstrich er, dass Stadtsteinach in jüngerer Vergangenheit zwei Millionen an Fördermitteln erhalten habe. Mit dem Geld sei es gelungen, die Kommune als Konsolidierungsgemeinde zu entschulden. Mit Mitteln des Kommunalen Investitionsprogramms (KIP) habe man die energetische Sanierung des Schulhauses anschieben können.
Großen Wert legte Leutheußer darauf, geeignetes Bauland für ansiedlungswillige Wirtschaftsunternehmen bereitzustellen. Das sei dringend notwendig, da hierfür keine Flächen zur Verfügung stünden. "Wir müssen an unsere Zukunft denken. Nur so können wir die Stadt voranbringen."
CSU-Kreisvorsitzender Henry Schramm unterstrich dies mit einem Vergleich zur Kreisstadt Kulmbach. Es sei nicht einfach, aber dringend notwendig, geeignetes Bauland für Gewerbebetriebe zu schaffen.
Die anstehenden Wahlen endeten mit einem Vertrauensbeweis für den Vorstand. So wurde Vorsitzender Klaus Witzgall in seinem Amt bestätigt, seine Stellvertretung übernehmen Klaus Heiß, Lars Leutheußer und Jonas Gleich. Das Schriftliche erledigt Jörg Eberlein, für die Kasse ist Stefan Seifert zuständig. Beisitzer sind: Holger Hattinger, Bernhard Geyer, Bianca Batzer, Tobias Titze, Dieter Witzgall, Marco Hildner, Heiko Tautermann, Tobias Schöffel und Eberhard Kotschenreuther. Kassenprüfer sind Stefanie Kühn und Michael Martin.


Dank für langjährige Treue

Zahlreiche Mitglieder wurden im Rahmen der Versammlung für ihre Treue zur Partei geehrt. 50 Jahre dabei ist Hans Gerner, 40 Jahre Hans Spindler und Michael Ostendorf, 30 Jahre Klaus Heiß und Volker Dietz, 15 Jahre Holger Hattinger, zehn Jahre Karl Heinz Kotschenreuther, Martina Kotschenreuther, Günter Kotschenreuther, Felix Kotschenreuther, Rene Seifert, Jugendsprecher Harald Hempfling, Lars Leutheußer, Andreas Kremer, Stefanie Kühn und Sebastian Siegl. red