günther Geiling

60 Jahre besteht der CSU-Ortsverband Obertheres. Das wurde am Wochenende gefeiert. "Wo wäre unser Land, wo wären unsere Gemeinden, wenn sich nicht Bürger in der Gemeinde, im Gemeinderat und in der Partei engagieren und ihre Vorstellungen in die Politik hineintragen würden?" Diese - eher rhetorische - Frage stellte Steffen Vogel bei der Jubiläumsveranstaltung. Vogel ist Landtagsabgeordneter sowie Vorsitzender des Ortsverbandes und des CSU-Kreisverbandes.
Dabei war es den Verantwortlichen gar nicht leicht gefallen, das Gründungsdatum der CSU in Obertheres herauszufinden. Der ehemalige Bürgermeister Hans-Peter Reis, selbst einmal CSU-Vorsitzender, hatte viele Protokolle und das Archiv der Gemeinde durchsucht. "Den ältesten Hinweise fand ich in einem Protokoll des Werkvolkes/KAB mit dem Hinweis aus dem Jahre 1957, dass die CSU im Ort noch besser unterstützt werden müsse." Das beweise, dass schon 1956 ein aktiver CSU-Ortsverband vorhanden sein musste, folgerte Reis.
Mit Josef Eisemann habe es bereits 1948 ein Mitglied der CSU gegeben, aber noch keinen Ortsverband. Über die Geburtsstunde des CSU-Ortsverbandes berichteten weder die Protokolle des Kreisverbandes noch die des Ortsverbandes und daher müsse man sich, so Reis, der Protokolle des Werkvolks bedienen.
Steffen Vogel bezeichnete in seiner Rede "die CSU als die größte Bürgerinitiative im Land". Von den 140 000 Mitgliedern in Bayern seien sicherlich 137 000 aus der Mitte der Gesellschaft ehrenamtlich tätig und engagierten sich, um auch ihre Vorstellungen in die Gesellschaftspolitik hineinzutragen. In Theres sei dies auch der Fall. Der CSU-Chef erinnerte an die bisherigen Ortsvorsitzenden Josef Eisemann, Ernst Ewers, Oskar Kirchner, Theo Stierhoff, Hans-Peter Reis und Matthias Stadler, bevor er selbst ab 2015 dieses Amt übernommen hat. Vogel dankte zahlreichen Mitgliedern für ihre Verbundenheit zur Partei. Geehrt wurden für zehn- bis 55-jährige Mitgliedschaft: Karlheinz Ködel, Sascha Kess, Matthias Stadler, Manfred Hümmer, Günter Zaschka, Erwin Keller, Hans-Peter Reis, Heinrich Firsching sowie Rudolf Hartling, Hans Norbert Haller und Josef Säger.
Die Festrede hielt der ehemalige Staatssekretär und Stimmkreisabgeordnete Albert Meyer. Er sah in der Veranstaltung ein zweifaches Jubiläum. Einmal werde der Ortsverband 60 Jahre alt und zum anderen jähre es sich zum 50. Mal, dass er selbst in den Landtag gewählt wurde. Er habe bei seiner Arbeit immer versucht, vollen Einsatz für den Landkreis und seine Gemeinden zu bringen. Dies sei auch gelungen, zumal er durch seinen Einzug in das bayerische Kabinett und dazu noch in das wichtige Finanzministerium an besonderen Schaltstellen der bayerischen Politik saß. In diesem Zusammenhang plauderte er ein bisschen aus dem Nähkästchen und schilderte, wie er als gebürtiger Schweinfurter in die Haßberge kam. Der entscheidende Impuls sei von Franz Hofmann aus Zeil gekommen, der damals schon der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende und im Finanzamt Zeil beschäftigt war. Hofmann, der später Bürgermeister in Knetzgau wurde, habe die emsige Tätigkeit des Zeilers Heiner Schneier für die SPD als Gefahr für die CSU gesehen, zumal der damalige CSU-Abgeordnete Elsen aus Haßfurt in München wohnte und selten im Landkreis war. Da er selbst die Laufbahn im Finanzamt absolvierte, sei er Vorsteher des Finanzamts in Zeil geworden und bei der nächsten Wahl als Stimmkreisabgeordneter aufgestellt worden.


Überraschungsgast

Glückwünsche zum Jubiläum überbrachte der Thereser Bürgermeister Matthias Schneider, der auf die aktuellen Planungen in der Gemeinde einging. Als "Überraschungsgast" kam Sängerin Lara Viola Fabretti, die bei "Deutschland sucht den Superstark" mitgewirkt hatte und die die "Bayerische Hymne" sang.