Der Vorstand des CSU-Ortsverbandes Haßfurt traf sich einer Pressemitteilung zufolge am vergangenen Dienstag mit Landrat Wilhelm Schneider, um mit ihm über die drohende Schließung der Geburtsstation im Haßfurter Krankenhaus und die Umwandlung des Hauses Hofheim in ein MVZ zu diskutieren.
Im Gespräch machte Landrat Schneider nach Angaben des Ortsverbandes deutlich, dass die Haßberg-Kliniken derzeit defizitär arbeiten und Strukturreformen dringend nötig seien, um dieses Defizit nicht ausufern zu lassen. "Am Ende müssten wohl die Kommunen die Schuldenlast über die Kreisumlage mitfinanzieren", so sein Fazit laut Mitteilung des Ortsverbandes.


Im öffentlichen Gespräch

Die Haßfurter CSU war sich mit Landrat Schneider einig: "Noch nie wurde so gut über die Geburtsstation des Haßfurter Krankenhaus gesprochen, wie in den letzten Tagen."


Wichtiges Signal

Das sagte und darüber freute sich Ortsvorsitzende Sandra Grimm. Auch ihr Stellvertreter Christian Schneider, selbst werdender Vater, sieht in der jüngsten Berichterstattung ein positives Signal für die Haßfurter Geburtsstation. Grimm und Schneider machten deutlich, dass sie das beeindruckende Engagement der Hebammen und die Solidarität der Bevölkerung bewundernswert fänden. Das Resultat und Ziel all der initiierten Aktionen müsse nun sein, dass die werdenden Mamas aus dem Landkreis auch zum Entbinden nach Haßfurt gehen und sich bewusst für eine Geburt in Haßfurt entscheiden.
Dennoch wird nach Einschätzung der CSU die Entscheidung für oder gegen den Erhalt der Geburtsstation in Haßfurt - trotz des sehr emotionalen Charakters des Themas - "letztendlich wohl eine Frage der Finanzen sein".
Aber: Der Aspekt der Ökonomisierung der Geburtshilfe könne nicht die alleinige Lösung für Schwangere und ihre Familien sein. Weiterhin sei eine weitere Verdrängung der normalen Geburt durch den Kaiserschnitt zu befürchten.
Für Unverständnis sorgte in der Gesprächsrunde, dass einige Frauenärzte werdenden Müttern offenbar anraten, eine Entbindungsstation in den Großkliniken in Bamberg, Schweinfurt oder Coburg aufzusuchen. Es wurde vorgeschlagen, dass sich die Verantwortlichen mit den Ärzten zusammensetzen, um herauszufinden, weshalb manche von ihnen Haßfurt ablehnen, selbst bei normal verlaufenden Schwangerschaften ohne Anzeichen auf Komplikationen. red