Als Bruch oder Hernie bezeichnet man den Austritt von Weichteilen aus der Bauchhöhle. Bernhard Drummer, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Forchheim, informiert über "Leistenbruch und Co.". Der kostenlose Vortrag findet am Montag, 23. Oktober, um 19 Uhr im Konferenzsaal des Klinikums statt. Interessierte sind willkommen.
Rund drei Prozent der Bevölkerung erleiden einen Bruch, wobei Männer davon neunmal häufiger betroffen sind als Frauen, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums Forchheim.
Drei Viertel aller Brüche sind Leistenbrüche, gefolgt von Narben- und Nabelbrüchen. Deutschlandweit werden jährlich 220 000 Hernienoperationen durchgeführt. Es ist der häufigste chirurgische Eingriff. Am Klinikum Forchheim werden pro Jahr 250 bis 270 Patienten mit Bauchwandbrüchen behandelt.
Optisch sieht ein Bruch aus wie eine Beule. Er tut nicht weh und man kann die Schwellung zurückdrücken. Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen ist etwas eingeklemmt und eine Notoperation ist unausweichlich.
Brüche sind schon seit 2000 Jahre v. Chr. dokumentiert. Bereits im Mittelalter wurde das Problem des Bauchwandbruchs erkannt. Zur damaligen Zeit war aufgrund der fehlenden Narkosemöglichkeiten eine operative Versorgung noch nicht möglich und man half sich mit Bruchbändern, die den Bruch zurückdrängen sollen.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind so vielseitig wie die verschiedenen Klassifikationen. "Bruch ist nicht gleich Bruch", erläutert Drummer. "Für die gute Behandlung ist es entscheidend, ein maßgeschneidertes Therapiekonzept anzuwenden."
Beim sogenannten offenen Verfahren wird die Bruchpforte - der Riss in der Bauchwandschicht - mit einer Naht verschlossen oder Kunststoffnetze eingebracht. Drummer ist ein Pionier des minimalinvasiven Verfahrens, der bereits 1993 die bayernweit erste laparoskopische Operation einer Leistenhernie im Forchheimer Krankenhaus durchführte, indem er ein Netz mithilfe einer Bauchspiegelung platzierte. 1999 gelang ihm in Hof die erste laparoskopische Narbenhernienversorgung deutschlandweit.
Seit 1994 gibt Drummer sein Know-How weiter. Jährlich lädt er Chef- und Oberärzte zur zweitägigen Fortbildung nach Forchheim ein. Für die Vorträge und Liveoperationen zum Thema "Hernien-OPs" im November haben sich bereits 38 Chef- und Oberärzte aus Deutschland angemeldet.