von unserem Mitarbeiter 
Wolfgang Schwarzkopf

Erlenbach/Frohnlach — Nach dem Duell zweier Teams auf Augenhöhe in der Fußball-Bayernliga Nord zwischen dem SV Erlenbach und dem VfL Frohnlach hat eine Serie weiter Bestand: Die Schützlinge des engagierten Trainers Stefan Braungardt haben bisher noch kein Spiel auswärts verloren. Es darf aber auch nicht verschwiegen werden: Seit nunmehr fünf Spielen wartet der VfL auf den zweiten Saisondreier.
In einem, von wenigen Situationen hüben und drüben einmal abgesehen, nicht unbedingt hochklassigen Spiel holten die Oberfranken, genau wie im Vorjahr, einen wichtigen Punkt am Untermain. Tayfun Özdemir hatte in der Nachspielzeit sogar das 3:2 für seine Männer auf dem Fuß, zielte aber ganz knapp am langen Ecke vorbei.
Stefan Braungardt hatte Recht, wenn er nach dem nervenaufreibenden Match darauf hinwies: "Wir haben zwei Mal einen Rückstand aufgeholt, und das ist auf jeden Fall positiv. Unsere Moral ist in Ordnung."
Auf gut bespielbarem Rasen begannen die Gäste sehr stark, erzielten zwei Eckbälle. Yanick Teuchert schoss drüber, auch Özdemir hatte kein Zielwasser getrunken. Praktisch im Gegenzug verfehlte Hörst nach Vorarbeit von Eren den Frohnlacher Kasten. Nach zehn Minuten war es mit dem Strohfeuer des VfL aber schon vorbei.

Rückstand in der 13. Minute

In der 13. Minute startete Heinrich auf der rechten Seite einen Alleingang, düpierte alle Frohn-lacher Abwehrrecken. Torhüter Bastian Bauer war mit den Fingerspitzen noch am Ball, konnte aber den 0:1-Rückstand nicht verhindern.
Ein tolles Duett zwischen Christos Markriannis und Özdemir führte wenig später für die nicht geschockten Braungardt-Kicker zum Ausgleich. Schon zu diesem Zeitpunkt war das spielerische Übergewicht der Gäste unübersehbar, wenn auch in der Offensive der letzte Funke Einsatz fehlte.
Als die VfL-Abwehr einmal nicht im Bilde war, gelang Fachaux aber die erneute Führung für die Gastgeber. Einen Heinrich-Freistoß entschärfte Bauer nur mit Mühe. Glück für Frohnlach, als Bauer einen weiteren Heinrich-Freistoß nicht festhalten konnte, der Erlenbacher Hörst aber beim bejubelten vermeintlichen 3:1 klar im Abseits stand und der Treffer nicht anerkannt wurde.
Im zweiten Abschnitt erkämpften sich die Oberfranken mehr Spielanteile. Das Geschehen wurde immer zerfahrener. "Weiter, weiter", forderte Braungardt seine Männer lautstark an. Die Chancen häuften sich für Frohnlach. In der 72. Minute wurden die Mühen belohnt. Nach einer Kombination über mehrere Stationen kam der Ball auf der rechten Seite zu Kevin Hartmann, der mit einem trockenen Schuss ins lange Eck dem einheimischen Keeper keine Chance ließ.
In Unterzahl - nach einem höchst überflüssigen Gemeckere mit Schiedsrichter Hartmeier sah Abwehrorganisator Marcel Burkhard die Gelb-Rote Karte - ließen die Gäste nichts mehr anbrennen. Sie hatten sogar noch eine große Möglichkeit, alle drei Punkte einzuheimsen. Aber Özdemir verfehlte um Zentimeter das Ziel. Am Ende war das Unentschieden gerecht.

Trainerstimmen

Jürgen Baier (Erlenbach): "So ein Spiel darf man nicht abgeben. In der ersten Halbzeit haben wir gut nach vorne gespielt, aber in der zweiten Hälfte haben wir den Faden verloren. Wir müssen unsere Konter besser ausspielen und enger an dem Gegner dran sein. Aber immer hin steht in der Tabelle statt der nackten ,Neun' jetzt die Ziffer ,zehn'."
Stefan Braungardt: (Frohnlach) "Wir sehen auswärts einfach besser aus. Wir haben den Punkt redlich verdient. Wir hatten spielerisch die bessere Anlage und haben den Abstand zu Erlenbach bewahrt. Wir sind in der Fremde auswärts weiter ungeschlagen."