Weimar/Gotha/Coburg — Die Thüringer Landesausstellung 2016 wird dem Fürstenhaus der Ernestiner gewidmet sein. Die Kurfürsten und Herzöge aus der Dynastie der Wettiner gestalteten über 400 Jahre lang die Geschichte Thüringens und Deutschlands maßgeblich mit, stellte Projektvorstand Gert-Dieter Ulferts von der Weimarer Klassik-Stiftung im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) heraus. Die Ausstellung mit dem Untertitel "Eine Dynastie prägt Europa" ist ein gemeinsames Vorhaben mit der Gothaer Stiftung Schloss Friedenstein.
Inwieweit der Coburger Anteil berücksichtigt wird, dürfte spannend werden. Schließlich entstand 1826 nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Gotha-Altenburg durch Heirat das Doppelherzogtum Sachsen-Coburg-Gotha. Von Coburg aus wurde die geschickte Heiratspolitik betrieben. Bezüge nach Coburg werden aber, wie man bei Besuchen in Gotha feststellen kann, gerne übergangen.
Das Wirken der Ernestiner sei nicht zuletzt gekennzeichnet gewesen von einem beharrlichen Einsatz für den Protestantismus. Der Weimarer Teil der Landes ausstellung konzentriert sich auf die Aspekte "Reich und Nation", "Glaube" und "Wissenschaft". Gotha widmet sich den Bereichen "Familie", "Land" und "Künste". Der Zeitrahmen der Schau reicht von 1485 bis zum Ende der Monarchie 1918.

Große Kulturförderer

Die positiven Aspekte dieser einzigartigen Vielfalt im heutigen Thüringen zeigten sich unter anderen in einer herausragenden Verwaltungsstruktur und einer erfolgreichen Schulpolitik, sagte der Weimarer Projektverantwortliche. "Angesichts ihres politischen Bedeutungsverlusts mussten die Fürstenhöfe auf anderen Gebieten punkten." Neben der Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur sei ihnen das protestantische Erbe stets ein besonderes Anliegen gewesen.
Originalschauplätze für die Präsentation des einstigen politischen, höfischen und kulturellen Lebens sowie für barocke Pracht, Künste und Wissenschaften sind die beiden Residenzschlösser in Weimar und Gotha.
Einbezogen sind ferner mit dem Neuen Museum in Weimar und dem Herzoglichen Museum in Gotha - erbaut vom Coburger Herzog Ernst II. - die repräsentativen Museumsbauten beider Residenzen aus dem 19. Jahrhundert. An beiden Standorten soll die Ausstellung ab Ende April 2016 gezeigt werden.