In einem der letzten "Tatort"-Krimis hat ein Kriminalbeamter zu seinem Kollegen, der mehrfach Unschuldige als Täter in Verdacht hatte, sinngemäß gesagt: "Wenn Du noch mal einen Fehler machst, schicke ich Dich zur Verkehrspolizei." Dort ist jetzt Werner Schnödt gelandet. Er übernimmt das Amt des Leiters der Verkehrspolizei Bamberg und folgt darin Paul Freudensprung nach.
Die Verkehrspolizei in Bamberg ist abschnittsweise auch für die Maintalautobahn (A 70) zuständig, die durch den Landkreis Haßberge führt. Die Bamberger Dienststelle kümmert sich (aus Richtung Bamberg) um die A 70 bis zur Anschlussstelle Eltmann. Ab dort in Richtung Schweinfurt ist dann die Verkehrspolizei mit Sitz in Schweinfurt-Werneck verantwortlich.
Werner Schnödt grämt sich keineswegs über seine neue Aufgabe, ganz im Gegenteil. Und den Kalauer aus dem "Tatort" nimmt er wie sein Vorgänger Paul Freudensprung mit Humor. Der Stabwechsel fand am Freitag im Hallstadter Kulturboden statt.


Seit 1974 bei der Polizei

Die Spezialdienststelle ist für die Autobahnen in der Stadt Bamberg und den Landkreisen Bamberg, Haßberge (teilweise) und Forchheim zuständig. Neun Jahre lang wurde sie von Paul Freudensprung geführt. Oberfrankens Polizeipräsident Reinhard Kunkel resümierte in der Abschiedsrede: "Wir verlieren einen engagierten und motivierten Dienststellenleiter, der seinen Beschäftigten jederzeit zur Seite stand."
Neun Jahre habe der heute 60-Jährige die Verkehrspolizei Bamberg geführt, zu der auch die Wasserschutzpolizeigruppe gehört (deren Zuständigkeit reicht ebenfalls in den Landkreis Haßberge). Freudensprung begann laut Kunkel 1974 seinen Dienst bei der Bayerischen Polizei und wurde bereits 1981 in seine oberfränkische Heimat versetzt.
"Der Dienstort Bamberg ließ ihn dann bis zu seiner Pensionierung Ende Mai nicht mehr los." Sowohl bei der Polizei Bamberg-Stadt als auch bei der Landpolizei sei er in verschiedenen Führungspositionen tätig gewesen, bevor er 2007 mit der Leitung der Verkehrspolizei betraut worden sei. Nach fast 42 Jahren im Dienst des Freistaates erhielt er aus der Hand von Kunkel die Ruhestandsurkunde.
In seiner jetzt üppiger bemessenen Freizeit will er sich seinem Hobby, dem Motorradfahren, widmen.
Mit dem 55-jährigen Ersten Polizeihauptkommissar Werner Schnödt übernehme ein mit breitem Erfahrungsschatz ausgestatteter Spitzenbeamter den Chefsessel bei der Verkehrspolizei, sagte Kunkel beim Festakt. Der aus der Oberpfalz stammende Nachfolger sei von der Bereitschaftspolizeiabteilung in Sulzbach-Rosenberg nach Bamberg gewechselt. Allerdings sei Werner Schnödt im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken kein Unbekannter. Von 2008 bis 2015 sei er bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt für das Einsatzgeschehen in der Wagnerstadt verantwortlich gewesen. Mit den Festspielen, zahlreichen Sportveranstaltungen, Demonstrationen oder dem alljährlichen Bürgerfest habe es genügend Anlässe gegeben, sich zu bewähren, sagte der Präsident. red/gg