Am Montag, 11. April, 20 Uhr, findet im Pfarrzentrum von St. Magdalena am Kirchenplatz ein informativer Vortrag über die Auswirkungen des Bergbaus in Ländern wie Peru statt. Darauf verweist der Herzogenauracher Perukenner und Vorsitzende des Freundeskreises Cajamarca, Hans Meister.
Peru ist weltweit der fünftgrößte Produzent von Gold. Die Nachfrage nach dem Edelmetall ist anhaltend auf hohem Niveau - der Preis dafür hat sich seit 2008 verdoppelt. Durch den industriellen Bergbau wie auch durch Tausende von Kleinschürfern wird immer mehr Gold abgebaut. Um es vom Gestein zu lösen, werden giftiges Zyanid und Quecksilber eingesetzt, die Menschen krank machen und Ökosysteme zerstören.
Nicht nur Umweltverschmutzungen, sondern auch Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, Proteste gegen die Übergriffe der Großminen sind gefährlich. Noch krimineller geht es, der Pressemitteilung zufolge, bei den Tausenden von Kleinschürfern im Amazonasgebiet Madre de Dios zu, wo Kinderprostitution und Menschenhandel neben der Vergiftung der Flüsse und der Rodung des Urwaldes an der Tagesordnung sind.
Reinhard Seifert lebt seit etwa 35 Jahren in Cajamarca, wo die größte Goldmine Lateinamerikas, Yanacocha, seit 1993 täglich zwischen 250 und 500 kg Gold gewann und wo das mehrfach so große Bergbauprojekt Conga eingerichtet werden soll, das ein riesiges Quellgebiet mit 28 Seen zerstören würde. Seifert ist einer der Protagonisten im Norden Perus, wenn es um Bergwerke geht. Er hat schon zwei Bücher über das Goldbergwerk Yanacocha veröffentlicht und beschäftigt sich sehr intensiv mit allen Aspekten des Bergbaus, auch mit "fairem Gold" und mit dem informellen Bergbau, berichtet Meister. red