von unserer Mitarbeiterin stefanie karl

Bad Rodach — Kommt in diesem Jahr die 24-Stunden-Rettungswache für den Standort Bad Rodach? Diese würde eine erhebliche Entlastung für die First-Responder-Truppe der Feuerwehr Bad Rodach bedeuten, die 2014 mit 337 Einsätzen einen neuen Einsatzrekord zu verzeichnen hatte. Die Frage bewegte bei der Hauptversammlung in der voll besetzten Stadthalle die Gemüter.
"Es fanden nur Anfragen und Besprechungen bezüglich der Unterbringung einer 24-Stunden-Wache statt. Verbesserung und Änderungen haben sich leider nicht eingestellt", kritisierte der Vorsitzende Michael Geu ther. Mit einer "Hinhaltetaktik zu Lasten der ehrenamtlichen Einsatzkräfte" werde die Umsetzung immer wieder hinausgezögert.
Derzeit ist der Bad Rodacher Rettungswagen-Stellplatz nur tagsüber in der Zeit zwischen 7 und 19 Uhr besetzt - ganze 236 Ausfahrten der First Responder fielen im vergangenen Jahr jedoch in die unbesetzte Zeit zwischen 19 und 7 Uhr. "Was die Einsatzhäufigkeit betrifft, sind wir mit unserer First-Responder-Einheit in Bayern an erster Stelle", erläuterte Rainer Möbus. "Seit unserem Bestehen haben wir noch nie so viele Einsätze gehabt." Auch er hofft auf Entlastung durch die Aufstockung zur Rettungswache, zumal die Veränderungen beim Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung vor zwei Jahren nicht unbedingt zur Entspannung der Lage beigetragen habe.
"Die Zahl der Einsätze, bei denen im Grunde genommen aus medizinischer Sicht gar kein Notarzt oder First Responder benötigt wird, steigt rasant", berichtete Oberlöschmeister Möbus. "Aber wenn wir alarmiert werden, rücken wir natürlich aus, und wenn wir nur die Zeit überbrücken, bis die Profis kommen." Das bedeutet: Nahezu jeden Tag ein Einsatz für die ehrenamtlichen Feuerwehrler, manchmal mit bis zu drei Alarmierungen pro Nacht.
Landrat Michael Busch (SPD) bat indes um Nachsicht ("Lasst noch einmal Gnade walten mit Eurem Landrat.") und hatte immerhin positive Nachrichten im Gepäck: Die Besetzung der Rettungswache sei seit vergangenem Donnerstagabend im Internet ausgeschrieben, ein fester Zeitplan liege nun vor. "Ich gehe fest davon aus, dass bis zum Ende des ersten Halbjahres die Ausschreibung beendet ist und die Rettungswache bis zum Ende des zweiten Halbjahres eingerichtet wird", versprach Busch.
Derzeit stellt die aktive Mannschaft 103 Kameraden, darunter fünf Frauen. Unter den 377 Einsätzen war auch ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem auf der Staatsstraße 2205 ein Jugendlicher starb, sowie der Großbrand in Gauerstadt, kurz vor Heiligabend.
Mit dem Erwerb eines Pumpenwagens inklusive Schmutzwasserpumpe sowie zweier mobiler Arbeitsscheinwerfer konnte durch den Feuerwehrverein wichtiges Gerät angeschafft werden, ohne die Stadtkasse zu belasten. Auf kommunale Unterstützung setzt die Feuerwehr jedoch bei der anstehenden Ersatzbeschaffung einer Drehleiter. Wünschenswert, so Kommandant Michael Geuther, wäre es zudem, "wenn sich der Landkreis Coburg wieder etwas aktiver bei Anschaffung wichtiger Feuerwehrlandkreistechnik einbringen würde".