Im Wintersemester 2019/2020 konnten Masterstudenten des Fachbereiches Architektur der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm einen Kurs bei dem Professor und freischaffenden Künstler Christian Rösner belegen. Ziel des Kurses war die Erarbeitung und Herstellung einer Skulptur, die die Studenten zum Thema "Die Ästhetik der Natur" gestalteten.

Schon zu Beginn des Kurses im Herbst vergangenen Jahres kamen die Studenten in den Botanischen Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, um sich von der Pflanzenwelt und der besonderen Atmosphäre des Ortes inspirieren zu lassen. Vor Ort wurde gezeichnet und experimentiert, um die individuelle Entwicklung und Verdichtung einer gestalterischen Idee zu fördern, heißt es in einer Pressemitteilung des Botanischen Gartens.

Mit dem Umfeld verwoben

Die entstandenen studentischen Arbeiten setzen sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Zusammenspiel von Mensch und Natur auseinander und spielen ästhetisch mit den gegenseitigen Abhängigkeiten. In der Skulptur "Praesidium Artificialis" von Alexis Lode erkennt man diese Abhängigkeit anhand der feinen mit dem Umfeld der Skulptur verwobenen Fäden. Die dominante Farbgebung der Verspannungen weist auf die Bedeutung des fragilen Geflechtes hin. Die Funktion der Verspannung als Verankerung der massiven zentralen Skulptur aus Beton lässt den aufmerksamen Besucher erkennen, dass die verletzlichen und feinen Zusammenhänge des Systems Natur eine wichtige Grundlage für Stabilität bilden. Der zentrale Hauptkörper der Skulptur strahlt durch die von Alexis Lode gewählte Materialität aus Beton eine Robustheit und Zuverlässigkeit aus, die gleichzeitig durch die vielen fein gespannten Anker-Seile entlarvt wird.

Es entstanden insgesamt elf Studienarbeiten in Holz, Beton, Stahl und Keramik, die für Standorte im Botanischen Garten konzipiert wurden. Diese werden im Freiland des Botanischen Gartens ab sofort bis zum 1. Februar zu sehen sein. Geöffnet ist der Freiland-Bereich täglich von 8 bis 16 Uhr. Besucher haben beim Betrachten die Möglichkeit, ihre eigenen Gedanken spielen zu lassen und sich von den unterschiedlichen Umsetzungen zu einer genaueren Wahrnehmung ihrer Umgebung inspirieren zu lassen. Durch den Raumbezug der Skulpturen zum Botanischen Garten in Erlangen soll im Winterhalbjahr die sehenswerte Annäherung junger Architekturstudierender an diesen Ort ein besonderes Erlebnis sein. red