von unserem Mitarbeiter Horst Wunner

Langenstadt — Das waren heiße Tage zur Langenstadter Kerwa. Nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch wegen der Aktivitäten der 13 Kerwa-Paare. Sie verausgabten sich völlig, konnten am Montagabend vor lauter Juchzer und Sprüchla nausschreia fast nicht mehr reden. Florian Förster, der Anführer, war aber noch intakt: "Als Fußballer bin ich Ausdauer gewohnt, bin noch fit trotz Vollgas". Man müsse aber schon trinkfest sein, fügte er noch an.
Die Ortsburschen und Ortsmadla bestimmten das Wochenende in dem Dorf am Roten Main. Oben auf der Linde tanzten sie sich fast die Seele aus dem Leib, das Reinspieln und Rumspieln erforderte eine Menge Kondition.
Auf dem Traktor nach Buch am Sand, zu Fuß über den Steg nach Reuthersberg und zurück nach Langenstadt. Überall Einladungen von den Hausbesitzern: Frische Kiechla, Kaffee und Kuchen, unzählige Eier, Liköre, viele Schnäpsla. Man wartete schon sehnsüchtig auf die Bum und Madla, das Rumziehen ist Tradition. Und dann später mit schon schweren Beinen und etwas leicht irritierenden Gedanken das letzte Mal hinauf auf die Tanzlinde mit Trommel und Akkordeon. Das letzte Mal das Mädchen im Arm, bei Einigen verliebte Blicke. Wenn man fünf Tage so hautnah beisammen ist, entflammt schon manches Herz. Die 15-jährige Isabell dazu lachend: "Meins net, ich finde scho noch den Richtigen". Und schaut ihren Kerwapartner verzeihend an.
Drinnen in der Wirtsstube haben sich wieder spontan ein paar Hobbymusiker zusammen getan, unterhalten die Gäste mit Akkordeon, Geige, Gitarre und Mundharmonika. Die Langenstadter Kerwa braucht sich vor Limmersdorf und Neustädtlein nicht zu verstecken, sie ist noch sehr authentisch und hat ein besonderes Flair in überschaubarem Rahmen. Nicht unerwähnt soll bleiben: Eine Überraschung gab es beim Kerwagaudifußball. Erstmals seit acht Jahren gewannen wieder die Ledigen (Schlafanzüge) gegen die Verheirateten (Nachthemden) mit 14:12 nach Elfmeterschießen. In der regulären Spielzeit hieß es 8:8. Bürgermeister Harald Hübner leitete das Match souverän. Er traf nur eine Fehlentscheidung. "Da war aber die Hand Gottes im Spiel", rechtfertigte er sich.