Ingrid und Erhard Schönborn feierten am Martinstag das seltene Jubiläum der Diamantenen Hochzeit. Vor über 60 Jahren hat sich das Paar auf dem Zapfendorfer Tanzboden "Hofmann" kennen und lieben gelernt.

Die damals 18-jährige Ingrid stammte aus Zapfendorf und war bereits seit ihrem elften Lebensjahr Vollwaise. Nach der Haushaltsschule absolvierte sie eine Herrenschneiderlehre in Lichtenfels und arbeitete bei Greiff in Bamberg bis zur Geburt ihres ersten Kindes. Von da an kümmerte sie sich um den Haushalt und die insgesamt fünf Kinder und verdiente als Reinigungskraft etwas dazu. Schneidern blieb aber immer eines ihrer vielen Interessen, und so nähte sie ehrenamtlich, bis heute beinahe 400 Kostüme für die Tanzsportabteilung United Dance Team des TSV Breitengüßbach.

Der acht Jahre ältere Bräutigam wurde 1945 als elfjähriger Junge mit seiner Familie aus seiner Heimat Kaltenfeld in Schlesien vertrieben und konnte nach langer Flucht schließlich in Lauf unterkommen. Als Jugendlicher verdiente er sich eine Brotzeit in der Mühle in Lauf und arbeitete anschließend drei Jahre als Knecht in einem Landwirtschaftsbetrieb, später war er über 13 Jahre im Holzsägewerk beschäftigt. Bis zu seiner Rente war er bei der Gemeinde Zapfendorf als Hausmeister der Volksschule angestellt. Bis über sein 80. Lebensjahr hinaus war der "Hauser", wie er von den ehemaligen Schülern noch lang nach seinem Renteneintritt genannt wurde, auch der "gute Geist" in der Zapfendorfer Apotheke, wo er verschiedenste handwerkliche Tätigkeiten durchführte. Als begeisterter Fußballer spielte er viele Jahre beim 1. FC Lauf und kegelte in Zapfendorf. Noch heute, mit 86 Jahren, ist er ein leidenschaftlicher Schachspieler im Post-SV Bamberg 1928. e.V.

Als Rezept für den Halt der langen Ehe sehen beide ihre vielen gemeinsamen Interessen. Dazu gehört vor allem die Versorgung ihres liebevoll angelegten Gartens. Viele Jahre wanderten sie begeistert im Rennsteigverein und betreuten ehrenamtlich einen Wanderweg. Heute noch steht für die körperliche Fitness fast täglich eine Fahrradtour auf dem Programm. Am Abend wird regelmäßig Karten gespielt. Das Ehepaar ist stolz auf seine fünf Kinder, die fünf Enkelkinder und den guten Zusammenhalt in der Familie.

Pfarrer Kurian Chackupurackal beglückwünschte das Jubelpaar telefonisch. Weitere Glückwünsche kamen per Post vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, Landrat Johann Kalb und Bürgermeister Michael Senger sowie von Familie, Freunden, Bekannten und Vereinen. red