Weltfrieden. Humanität. Gerechtigkeit. Mitgefühl. Starke Worte fallen am Montagabend bei der Ausstellungseröffnung in der kultur.werk.stadt in Neustadt. Doch wie können Menschen dafür sensibilisiert werden? Wie können Menschen diese Worte verinnerlichen und so zu einer gerechteren Welt beitragen? Die Antwort ist klar: durch Kommunikation.

"Frieden kann nur entstehen, wenn Dialog anstelle von Aggression tritt", betont Heike Stegner-Kleinknecht bei der Eröffnungsrede der Ausstellung. Zusammen mit Vertretern verschiedener Weltreligionen und der VHS Coburg brachte sie die Ausstellung "Weltreligionen. Weltfrieden. Weltethos" nach Neustadt. Wissen über die Religionen und den Weltethos ins Bewusstsein der Besucher bringen - das sei das Ziel der Veranstaltungen.

Die "Goldene Regel"

"Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu." Die sogenannte "Goldene Regel" stellt zusammen mit allgemeiner Humanität die zwei Grundprinzipien des Weltethos dar. "In allen Kulturen und Religionen haben sich unterschiedliche Standards für das Leben untereinander entwickelt", fährt sie fort, "ein gemeinsames Ethos erleichtert das Verständnis für die andere Kultur, es ist eine gemeinsame Basis, trotz möglicher Unterschiede". Die organisierten Vorträge beschäftigen sich mit diesen Prinzipien, jedes Mal mit unterschiedlichem Schwerpunkt: Gewaltlosigkeit, Solidarität, Toleranz, Nachhaltigkeit. In der Ausstellung können sich Besucher über die Weltreligionen und Philosophie informieren. Insgesamt 16 Plakate gibt es im Eingangsbereich und bieten eine gute Übersicht.

Grenzen akzeptieren

"Es gibt nicht die eine Religion, es gibt nicht die eine Religiosität", gibt Pfarrer und Religionslehrer Martin Frenkler bei seinem Einstieg in die Podiumsdiskussion zu bedenken. Kann es dann überhaupt "die eine Ethik" geben? Trotz aller Unterschiede finden sich in sämtlichen Ausrichtungen jedoch auch Überschneidungen. In einem Schulprojekt wurde deutlich, welche das sind: Der Dank und die Bitte. Für Frenkler ist klar: "Nicht der Konflikt ist das Problem, sondern die Art, wie er ausgetragen wird!" Natürlich gibt es Grenzen, die akzeptiert werden müssen. Doch der Weg in die Gemeinsamkeit führe letztendlich nur über Respekt und Dialog.