Lichtenfels — Bereits zum 66. Mal trafen sich die aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschhauser zu ihrem Heimattreffen in Lichtenfels. Seit 50 Jahren findet die Feier am Gedenkstein im Bergschlosspark statt, und seit 30 Jahren ist Lichtenfels die Patenstadt für die einstigen Bewohner der nordmährischen Stadt. Dies war Anlass, um den Deutschhausern bei einem Empfang im historischen Sitzungssaal für ihre Treue zur Deutschen Korbstadt zu danken.
Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (FW), der die Deutschhauser willkommen hieß, erinnerte daran, dass die Bewohner der kleinen Stadt Deutschhause nach dem Krieg ihre angestammte Heimat verlassen mussten und unter anderem in Oberfranken eine neue Heimat fanden. Aufgrund ihres ausgeprägten Gemeinschaftssinns hätten sie schon bald einen Ort gesucht, an dem sie sich austauschen und diese Gemeinschaft wieder ein wenig aufleben lassen konnten. Als zentraler Ort habe sich hier Lichtenfels angeboten.
Nach einem ersten inoffiziellen Treffen zu Pfingsten 1949 im Fiedlers-Garten hätten sich die Deutschhauser von nun an alle Jahre zu ihrem Heimattreffen in der Korbstadt zusammengefunden. Als Dank für diese Hingezogenheit zu Lichtenfels überreichte er der Ortsbetreuerin der Deutschhauser, Gerda Ott, und dem ehemaligen langjährigen Ortsbetreuer Rudolf Göbel ein kleines Geschenk. Gerda Ott betonte, dass Lichtenfels mit der Übernahme der Patenschaft das Bekenntnis der Verbundenheit der Deutschhauser zu ihrer verlorenen Heimat unterstützt habe, die hier einen neuen Mittelpunkt ihrer Begegnungen und kulturellen Beziehungen und somit ihre Identität gefunden hätten. Als Erinnerung an ihre Heimat - Deutschhause liegt am Fuße des 1490 m hohen Altvatergebirges - schenkte sie einen Altvater-Kräuterlikör aus.
Schließlich trugen sich noch alle Deutschhauser in das Gästebuch der Stadt und in ihr eigenes Teilnehmerbuch ein. Auch der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk (CSU) lobte den Zusammenhalt der Deutschhauser. Alfred Thieret