Seit dem 15. März steht der Zirkus "Baroness" mit seinen tierischen Artisten wegen der Corona-Krise am Maroldsweisacher Sportheim fest. Feststehen, das bedeutet: keine Einnahmen trotz laufender Kosten für Tierfutter, Tierarzt und auch für die Fahrzeuge, wie aus einer Mitteilung der Marktgemeinde Maroldsweisach hervorgeht.

Zum Zirkus gehören Patricia und Manolito Lauenburger mit ihren Kindern Ritschie und Vivian und der Schwiegersohn Angelo Buch mit seiner Frau Joena sowie deren Kinder Lourdes (sieben Jahre), Dylian (fünf) und Evangeline (zwei). Besonders hart trifft es die begeisterte Erstklässlerin Lourdes, die aufgrund der Corona-Krise nicht zur Schule gehen darf.

Die Männer der Familie überbrücken die Zeit mit Reparaturarbeiten an den Zirkuswagen und den Zelten. Am 20. März erhielt die neunköpfige Zirkusfamilie vom Zirkusverband die Information, dass alle Auftritte und das Weiterreisen ab sofort verboten sind. Alle Zirkusse mit festem Winterlager konnten noch schnell dorthin zurück. Nicht aber der Zirkus "Baroness"; er steckt mit Sack und Pack in Maroldsweisach fest, und das in der besten Spielzeit des Jahres. Normalerweise spielen Zirkusse von Februar bis Mai ein paar Rücklagen ein, in den heißen Sommermonaten und im kalten Winter sind die Zirkuszelte eher schlecht besucht. Doch in diesem Jahr ist alles anders, auch Sondergastspiele in Schulen und Altenheimen sind nicht erlaubt; so hat man sich in dem einen oder anderen Jahr gut retten können, wenn es mal eine Flaute gab.

Das Zirkuszelt der Familien Lauenburger und Buch bietet Platz für 450 Besucher, verteilt auf Tribüne und Loge, doch die Manege bleibt aller Voraussicht nach mindestens noch bis September leer. Was danach kommt, bleibt ungewiss.

Große Sorgen machen der Familie die Fahrzeuge; drei ihrer Maschinen brauchen dringend Tüv. Ohne Einnahmen können sie sich nicht auf unabsehbare Werkstattkosten einlassen.

Das Corona-Soforthilfepaket ist laut Gemeindeangaben "so undurchsichtig, dass die Familie sich nicht traut, es zu beantragen. Zu groß ist die Angst vor einer Rückzahlung".

Der Zirkus hat vier Pferde, ein Pony, vier Esel, zwei Lamas, drei Alpakas und drei Hunde. Die Tiere benötigen pro Woche zwei Ballen Heu, einen Sack Quetschhafer und etwa einen Sack Hundefutter. Die Gemeinde bittet die Bürger: "Wenn Sie selbst gutes Futterheu abzugeben haben oder Futter spenden möchten, wenden Sie sich gerne an die Zirkusfamilie. Wenden Sie sich hierzu direkt an die Familie Lauenburger/Buch (Telefon 0157-36948821)."

Für Futterspenden ist Futtermittel Schmidt in Lichtenstein ein Ansprechpartner. Frank Schmidt weiß, was die Zirkusfamilie benötigt, und liefert auch aus (Telefon 09535/693).

Lebensmittel- oder Getränkespenden können Helfer in Form eines Gutscheins abgeben. Der Getränkemarkt Sagasser in Maroldsweisach und die Bäckerei Guthardt in Ermershausen verkaufen Gutscheine. Geldspenden können auf das Postbankkonto der Gemeinde Maroldsweisach überwiesen werden (DE 79 7935 0101 0000 8800 21, Text: Spende Zirkus Baroness). "Jede Hilfe ist willkommen und wird gebraucht", betont die Marktgemeinde. red