Brigitte Krause Seit über 30 Jahren ist der Haßfurter Bauhof seine Heimat: Rainer Zirkler ist hier der Chef, und eines der ältesten Teile im Bauhof, das hat er damals, 1992, als erstes angeschafft: ein Räumgerät -"davor gab es das nicht".

Jetzt steht der kleine Einachser blitzend auf dem Hof. "Unsere Geräte werden gehegt und gepflegt", betont Matthias Heller. Der 51-Jährige beschreibt, wie die Geräte für den Winterdienst zerlegt und zusammengebaut werden, denn "das Salz ist wirklich Gift, das geht in jede Ritze", so werden Schläuche ausgetauscht, Metall gefettet und versiegelt.

Winterdienst ist Schwerstarbeit für Mensch und Maschine. Da setzt der Bauhof nicht nur Geräte und Fremdfirmen ein - viele Bereiche werden auch per Hand geschippt. Drei Meter Wand nehmen die Pläne ein, in denen genau verzeichnet ist, wo wer schippt und fegt. Matthias Heller ist einer der beiden Winterdienst-Chefs, die sich jede Woche abwechseln und früh um 3 Uhr aufstehen, um zu prüfen, ob heute Schnee und Eis zu bändigen sind. Hinten im Lager liegen bereits 150 Tonnen Streusalz.

Wenn's ernst wird, können sie nicht überall sein. Heller erinnert sich an manches Weihnachten, wo sie durchgeschafft haben. Bewusst legten sie zwei Stunden Pause ein: "Jetzt ess mer erst einmal was, daheim, dann geht's weiter." In der 14 000-Einwohner-Stadt gibt es genug, die motzen. Nerven kosten nicht nur die schwierigen Straßenverhältnisse.

Nerven kosten zudem bürokratische Hintergrundarbeiten. "Wir sind jedes Jahr vor Gericht", erzählt Zirkler. Anzeigen haben er und seine Männer bisher immer zu aller Zufriedenheit abwickeln können: Akribisch wird Tag für Tag, Stunde für Stunde, ja sogar minutenweise notiert, wer wo was geräumt hat. "Früher", bilanziert Rainer Zirkler, "da haben die Leute selber mal den Schieber genommen und haben gefegt, heute wird einfach angerufen und gefordert - es ist ganz schlimm."

Wenn man mit den Männern ins Plaudern kommt, gibt es so manche Anekdote - die hier ist besonders schön: Als der glorreiche ERC höherrangig spielte, strömten die Besuchermassen ins Eisstadion. Witzbolde verdrehten die blauen Richtungsweiser. Bis Rainer Zirkler seine Bauhofleute anwies: "Schmiert amal hinten Staucherfett drauf!" Am nächsten Morgen waren die Schilder unangetastet, allerdings mit Fingerabdrücken hintendrauf. Das Fett, da ist sich Zirkler sicher, haben die nicht mehr von den Pfoten gekriegt... Dass die Methode gut ist, bekam er nach einem Bauhofleiter-Treffen bestätigt. Da rief ihn einer an und meinte zufrieden: "Du, des funktioniert!" Mit einem Grinsen wandert der Blick durchs Büro. Wo ein schönes Bild hängt: Der alte Haßfurter Bauhof an der Mainmühle - heute ist hier die VHS. Georg "Gig" Oberreuther sammelte einst Bilder von Haßfurt. Nach dessen Tod kam Paul May an das Bild, der einst als Maler im Bauhof arbeitete. Auch dieses Bild stammt von 1992, genau wie der Einachser im Hof. Es sind Zirklers Freunde - genau wie seine Mitarbeiter. Familie halt.