Gremsdorf — Für die China Wind Power, Asiens drittgrößte Messe in Peking, hatte die Gremsdorfer Firma Imo in diesem Jahr ein Schwergewicht im Gepäck: Das Messeexponat, ein 16 Tonnen schweres Hauptlager einer großen Windenergieanlage mit einem Lagerdurchmesser von 3,70 m, zeigte dem weltweit angereisten Publikum die beeindruckenden Dimensionen dieser Großwälzlager.
Wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt, ist das bei Imo in Gremsdorf hergestellte dreireihige Zylinderrollenlager Bestandteil einer modernen direktangetriebenen 5-Megawatt-Offshore-Windkraftanlage. Mehrere dieser Windkraftanlagen werden derzeit in der Straße von Formosa - in der Meerenge zwischen China und Taiwan - aufgestellt und müssen in diesem Seegebiet sogar den nicht selten vorkommenden Taifunen trotzen.
"Die riesige Dimension unseres Wälzlagers zeigt das heute technisch Machbare", berichtet Hubertus Frank, Technik-Leiter bei Imo. Das Großwälzlager sei ausgelegt für einen 24-Stunden-Dauerbetrieb über 25 Jahre unter höchsten Lasten, wie sie durch starken Seewind vorherrschen.
Yifan Xiao, der für China verantwortliche Imo-Manager, zeigt sich besonders zufrieden, sowohl mit dem Messeverlauf als auch der aktuellen Nachfragesituation: "Mit einem Zuwachs von mehr als zehn Gigawatt allein in den ersten sechs Monaten steht China an weltweit erster Stelle im Aufbau neuer Windkraftanlagen. Damit verzeichnet China alleine fast die Hälfte des weltweiten Zubaus. Imo partizipiert sehr gut an dem enormen Wachstum in der chinesischen Windkraft."
Zum Vergleich: Die auf den Plätzen zwei und drei rangierenden Länder USA und Deutschland bauten jeweils etwa zwei Gigawatt an Windleistung im gleichen Zeitraum hinzu. Werner Schröppel, Geschäftsführer Vertrieb, blickt angesichts des Anteils asiatischer Windenergieanlagenhersteller am anwachsenden Unternehmensumsatz äußerst positiv in die Zukunft: "Das ,made in Germany‘ bleibt ein wichtiges Qualitätsmerkmal und sichert weiterhin unsere sehr gute Auftragslage. Der chinesische Markt verlässt sich gerne auf deutsche Qualitätsprodukte, von denen man weiß, dass sie auch erfüllen, wozu sie konstruiert wurden."
Das riesige Imo-Exponat war auf der Messe stets umlagert, nicht ungewöhnlich bei einem Bauteil, das es in dieser Größe auch in China nicht jeden Tag zu bewundern gibt. Insgesamt war die Messe sehr gut besucht und konnte bei den Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr weiter zulegen.
China hat ehrgeizige Pläne für den weiteren Ausbau der Windenergie, um damit der Luftverschmutzung durch fossile Kraftwerke Einhalt zu gebieten und genügend Energie für die aufstrebende Wirtschaft bereitzustellen. red