von unserem Mitarbeiter DIETFRIED FÖSEL

Bamberg — Im Rahmen seiner Kampagne "Pro Amateurfußball" hat der Bayerische Fußballverband (BFV) 24 "Runde Tische" zum Thema "Amateurfußball modern und zukunftsfähig gestalten" angeboten. Pro Kreis fand eine Veranstaltung statt. Im Spielkreis 1 (Bamberg-Bayreuth/Kulmbach) trafen sich die Vereinsvertreter beim TSV Bindlach.
Insgesamt haben an dem Gesprächsrunden 290 Vereine teilgenommen. Ziel dieser Veranstaltungsreihe war es unter anderem, die Vereine über eine moderne Darstellung des Amateurspielbetriebs im Internet (Live-Ticker) zu informieren und Meinungen sowie Anregungen der Vereine zum Herren/Seniorenspielbetrieb einzuholen und zu diskutieren. Dass dies für die zukünftige Ausrichtung des Spielbetriebs ein ganz wichtiges Thema ist - sowohl für den Verband als auch für jeden Verein -, wurde deutlich.
Seit dem Saisonstart 2014/15 hat der BFV die Möglichkeit geschaffen, dass Vereine durch Nutzung des BFV-Live-Tickers alle Fußballfans überall und jederzeit über die aktuellen Spielstände und die Geschehnisse auf den Plätzen in allen Ligen von der E-Jugend bis zur Regionalliga Bayern informieren können. Bezüglich der Gestaltung des Herren- und Seniorenspielbet riebs sprachen die Vereinsmitarbeiter zahlreiche aktuelle Themen an, die in den Ausschüssen des Verbandes besprochen und ergebnisorientiert umgesetzt werden sollen.
Im Einzelnen waren dies unter anderem: Flexiblerer Spielplan bezüglich des Saisonbeginns und der Winterpause, erste und zweite Mannschaften sollen wieder am gleichen Tag spielen, Wiedereinführung des Reservespielbetriebes, Reduzierung der Relegationsspiele, dafür mehr Festabsteiger, Schnittstelle Herren- und Jugendfußball überdenken (der 18-Jährige soll bei den Herren spielen können), einheitliches Saisonende bei den Herren, Frauen und Junioren. Verbesserung der Kommunikation zwischen den Vereinen und den Mitarbeitern des Verbandes und flexiblere Mannschaftsstärken (unterschiedliche Anzahl an Spielern in einer Mannschaft) für Herren- und Seniorenspielbetrieb.
Zu der Mehrzahl der angeführten Themen hat der Verbandsspielausschuss bereits Stellung genommen. Demnach könne ein flexibler Spielplan im Herrenbereich (Saisonbeginn, Winterpause und Saisonende) individuell für jede Spielklasse auf Bezirks- und Kreisebene gestaltet werden. Die Vorgaben der Spielordnung und die des Verbandsspielausschusses ermöglichten bereits jetzt eine offene Spielplangestaltung einer Saison zwischen dem 1. Juli und dem 30. Juni des darauffolgenden Jahres. Voraussetzung dafür sei, dass die Mehrzahl der Vereine einer Spielklasse auf Bezirks-/Kreisebene einer solchen Flexibilisierung zustimme, wohlwissend, dass der Auf- und Abstieg dieser Ligen entkoppelt werden müsse und nicht mehr ligaübergreifend erfolgen könne (nur feste Auf- und Absteiger, keine Relegation). Der Wunsch, dass die erste und zweite Mannschaft wieder am gleichen Tag spielen, ist nach Auffassung des BFV verständlich, sei jedoch aufgrund der demographischen Entwicklung (immer wenigere zweite Mannschaften in den unteren Ligen) kaum umsetzbar.
Eine Reduzierung der Relegationsspiele und dafür wieder mehr Festabsteiger stelle laut BFV nicht den Wunsch aller Vereine dar. Der aktuelle Modus gebe mehreren Klubs die Möglichkeit, sich in die Relegation zu "retten". Mit dem Modell weniger Festabsteiger und mehr Relegationsplätze werde der wirtschaftliche Aspekt zugunsten der teilnehmenden Vereine berücksichtigt. Die Relegationsspiele hätten meistens einen Event-Charakter und würden von erheblich mehr Zuschauern besucht als normale Meisterschaftsspiele.
Die Vereine beklagten bei den "Runden Tischen" den Mangel an Ehrenamtlichen. Diese Tatsache sei nicht nur bei den Vereinen zu verzeichnen. Dies sei eine große Herausforderung in der gesamten Gesellschaft. Hierfür gebe es kein Patentrezept, um Abhilfe zu schaffen. Noch sehr kritisch wurde von den Vereinen bei den letzten Kreistagen im gesamten Freistaat das Angebot des Verbandes beurteilt, dass im Herrenspielbetrieb mit unterschiedlichen Mannschaftsstärken gespielt werden könne. Wenn auch zum jetzigen Zeitpunkt dies vielerorts noch skeptisch gesehen werde, müsse diese Option weiter aufrechterhalten bleiben, so der BFV. Das gemeinsame Ziel im Amateurfußball könne nur sein, dass auch in Zukunft auf allen bayerischen Sportplätzen Fußball gespielt werden könne.
Der BFV wird nach Aussage seines Schatzmeisters und Leiters der Arbeitsgemeinschaft "Runde Tische", Jürgen Faltenbacher (Waldsassen), den Dialog mit den bayerischen Vereinen ausbauen. Der BFV sei "ein Dienstleister für die Vereine, und so verstehen deren hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter auch ihre Aufgaben". Für Fragen und Anregungen sei der BFV immer offen.