von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Falkendorf — Mit Pferden zusammen zu sein, das ist der Traum vieler Kinder. Das Ferienprogramm der Stadt Herzogenaurach erfüllte den Kindern ein Stück weit diesen Traum und hat wieder zwei einwöchige Reitkurse im Programm. Natürlich stand vor den ersten Reitversuchen im Reiterhof Hessenmühle Theorie auf dem Lehrplan.
In den Grundkursen lernen die Kinder die Pferde - jedes auf seine Art und Weise - kennen. Damit erkennen die jungen Reitschüler bereits früh die Eigenheiten der unterschiedlichen Pferde und erfahren, wie sie damit umgehen können. Füttern, Pflegen und Führen sind daher die ersten Inhalte des Unterrichts. Bereits hier entstehen Freundschaft und Vertrauen, die Basis für sicheres Reiten. So stellten Lilly, Lena, Emily und Co. sehr schnell fest, dass jedes Pferd anders ist und durchaus einen eigenen Dickkopf hat.

Den Bewegungen anpassen

Die Kinder erfuhren vom eingespielten Team des Reiterhofes und vom Reitlehrer Roland Staudenmaier und seinem Team aus jungen Helferinnen vieles über die Pferde: Wie man sie richtig halftert, führt, putzt und nicht zuletzt, wie man es schafft, sich oben auf dem Pferd so dessen Bewegungen anzupassen, dass man nicht gleich wieder herunterfällt.
Aber darüber hinaus, was Pferde fressen, wie sie am liebsten leben und wie viel Arbeit so ein Pferd macht mit dem täglichen Misten, der Kontrolle, dem Putzen und den vielen anderen Aufgaben.
Sie lernen, dass "Leichttraben" gar nicht so leicht ist, wie es sich anhört. Da muss man sich mächtig anstrengen, um den Takt mit dem Pferd zu finden. Dass nicht jedes Pferd, das ein braunes Fell hat, auch ein Brauner ist, dass nicht jeder Fuchs im Wald lebt. Schließlich haben sie auch erlebt, dass die Pferde nicht alle Tage gleich (gut) gelaunt sind. Darum müsse der Reiter gut aufpassen, das Pferd beobachten und sich auf seinen "Partner Pferd" konzentrieren.
Roland Staudenmaier ist überzeugt, dass die Entwicklung der Kinder durch die Pferde positiv beeinflusst werde, denn beim Umgang, Pflegen und Reiten werden alle sieben Sinne der Teilnehmer geschult.
Den Kindern wird ihrem Alter entsprechend der Umgang mit den Pferden nahegebracht. Solche Tage werden damit zu einem besonderen Erlebnis. Aus der anfänglichen Scheu zu dem Lebewesen Pferd werden ganz schnell dicke Freundschaften. Durch die große Reithalle ist die Woche wetterunabhängig und die Ferienreitkurse bieten den Kindern die Möglichkeit, ihre Ferien zeitweise auf dem Reiterhof zu verbringen. "Dies bedeutet Zusammensein, sowohl mit unseren Pferden, als auch mit anderen Gleichgesinnten", erklärt der Reitlehrer. Und weiter: "Das Pferd steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Die Kinder lernen das kleine Einmaleins des Reitens in entspannter Atmosphäre und ohne Leistungsdruck."

Neue Kurse kommen

Die zehn Mädels jedenfalls waren von der ersten Woche begeistert und nicht wenige wünschen sich natürlich ein eigenes Pferd. "Das wird ein Traum bleiben", seufzte Anna-Lena, als es "ihrem" Pferd über die Nüstern strich. Anna-Lena und Leah bedauerten, dass die Woche schon wieder vorbei ist, und haben sich vorgenommen, wiederzukommen.
Einen weiteren Kurs für Pferdefreunde - und solche, die es werden wollen - im Alter von neun bis 16 Jahren gibt es vom 19. bis 22 August, erklärte Roland Staudenmaier. Nach einem viertägigen Intensivkurs in Theorie und Praxis bewegen die jungen Teilnehmer das Pferd bereits selbstständig, verspricht der erfahrenen Reitlehrer. Als Ausrüstung genügen bequeme Hosen, Gummistiefel oder schafthohe Stiefel, und die Eltern können die Reitversuche ihrer Kinder von der Tribüne aus verfolgen. Anmeldungen und Informationen sind telefonisch möglich unter der Telefonnummer 09132/61222.