"Der Mann, der mit seinem Baufahrzeug über die Minen gefahren ist, hat ein Riesenglück gehabt. Der kann jetzt zweimal im Jahr Geburtstag feiern." Das sind die Worte von Dominik Fehn von der Coburger Polizei. Und der Mann, der gemeint ist, ist der Bauarbeiter, der in Meeder an der Ortsumgehung in Wiesenfeld arbeitet. Auf der Baustelle wurden vorgestern insgesamt 14 US-amerikanische Panzerminen aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Gestern wurden sie kontrolliert gesprengt.

2,70 Kilo TNT

Es handelt sich nach Polizeiangaben um Minen vom Typ M1. Sie reagieren auf Druck ab 120 Kilogramm und enthalten 2,7 Kilo des Sprengstoffes TNT. Eine Mine reicht, um einen Kampfpanzer einsatzunfähig zu machen. Wie es sich anfühlt, wenn eine dieser Waffen explodiert, beschreibt Dominik Fehn so: "Wir waren bei der kontrollierten Sprengung der Minen rund einen Kilometer weg. Wenn eine davon explodiert, spürt man das auch auf die Entfernung noch in der Magengrube!" Nach dem Fund hatte die Polizei das Areal gesichert und die ganze Nacht zu Donnerstag mit Streifenwagen bewacht, damit nichts passiert. Die Minen lagen nicht besonders tief im Erdreich, ein Aushub mit der Baggerschaufel hatte gereicht, um sie an die Oberfläche zu holen. Die ersten der Sprengkörper, die die Bauarbeiter entdeckten, lagen in einem Haufen von sechs Stück beieinander. Die weiteren wurden danach gefunden. Fehn: "Der Bauarbeiter ist mit dem Bagger genau über den ersten Haufen gefahren." Und dabei habe der Bautrupp erst gar nicht gewusst, was er da gefunden hatte. "Die haben das nicht als Minen erkannt, sondern erst gedacht, es seien vergrabene Milchkannen gewesen."

Ein kleines Vor-Weihnachtswunder also, in Meeder. dy