Sie sind Aktivposten der Kirchenmusik und handeln nach dem Leitgedanken "Musizieren zum Lobe Gottes und den Menschen zur Freude". Durch ihren Einsatz wird Gottesdiensten und auch unterschiedlichsten Veranstaltungen ein würdiger Rahmen verliehen. Die Rede ist von den Bläserinnen und Bläsern des evangelischen Posaunenchores Neuensorg.
Mit derzeit neun Aktiven ist deren Zahl zwar überschaubar. Aber vielleicht ist der Neuensorger Posaunenchor genau aus diesem Grund eine eingeschworene
Gemeinschaft, die sich durch Zusammenhalt und Kontinuität im Ehrenamt auszeichnet. Dass es im Chor einfach funktioniert, ist sicherlich auf die gute Gemeinschaft zurückzuführen, die als Team gewachsen ist. Darüber hinaus ist sich jeder Aktive seiner Aufgabe und Verantwortung bewusst. Nur bei triftigem Grund und mit Entschuldigung
bleiben sie den Proben fern. "Uns könnte man durchaus als Familienbetrieb bezeichnen", bringt es Gerhard Friedrich auf den Punkt. Er ist im Chor mit dem Tenorhorn zu hören und trägt seit 45 Jahren ehrenamtlich als Chorobmann Verantwortung. Mit seiner Frau Gabi, die nicht nur Trompete spielt, sondern seit 1992 als Chorleiterin tätig ist, steuert er mit sicherer Hand den Chor, der 1960 aus der Taufe gehoben wurde.
Auch wenn ein so lange währendes ehrenamtliches Engagement nicht alltäglich und mit viel persönlichem Einsatz verbunden ist, versichert Friedrich: "Mir macht das Amt und das Spielen im Posaunenchor viel Spaß und Freude." In seinen 45 Jahren als Chorobmann kann er auf viele freudige Momente blicken wie etwa die runden Jubiläen des Posaunenchores. "Erstes Highlight war für mich 1970 das zehnjährige Bestehen", erinnert er sich. Unter dem damaligen Chorleiter Horst Kaiser wurde ein Konzert gegeben und danach bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Seit fast sechs Jahrzehnten ist Karlheinz Friedrich Trompeter und spielt im Chor die erste Stimme. Darüber hinaus kümmert er sich seit 50 Jahren als Kassenwart zuverlässig um die Finanzen. "Ich habe vor, weiterzumachen", erklärt Karlheinz Friedrich, was die Mitglieder freut.
Die Bläserinnen und Bläser kommen immer gerne zu den Proben und Spieleinsätzen in Neuensorg zusammen. "Darauf können wir sehr stolz sein", betont der Chorobmann, zumal nicht alle ihren Wohnort im Weidhäuser Ortsteil hätten. Wie etwa Ira Reichert, die vor einiger Zeit nach Coburg umgezogen ist, aber seit 25 Jahren im Neuensorger Posaunenchor mit ihrer Trompete ehrenamtlich Bläserdienst leistet. "Ich fühle mich hier sehr wohl und habe noch nie mit dem Gedanken gespielt, in Neuensorg aufzuhören", versichert sie.
Auch die jüngste Stütze des Chores, Marcel Wittmann, der seit einem Jahrzehnt als Trompeter im Einsatz ist, möchte die Chorgemeinschaft nicht missen, obwohl zwischen ihm und dem ältesten Aktiven immerhin zwei
Generationen liegen. Komplettiert wird der Posaunenchor von den Trompetenspielern Torsten Werner und Gerhard Platsch sowie Rainer Buberl (Posaune) und Thomas Scheler (Tuba), die
ebenfalls seit vielen Jahren im Chor aktiv sind.
Allgemein haben die Posaunenchöre personelle Probleme oder überaltern. Diese Entwicklung hat auch vor dem evangelischen Posaunenchor Neuensorg nicht Halt gemacht, dessen Mitglieder in zwei Jahren das 60-jährige Bestehen des Chores feiern können. Viele junge Aktive haben mit dem Musizieren aus verschiedenen Gründen aufgehört. Für Neuzugänge, die sich selbst ein Bild vom Posaunenchor machen wollen, besteht die Möglichkeit, unverbindlich bei den Proben vorbeizuschauen. Diese sind immer donnerstags ab 19 Uhr im Gemeinschaftsraum neben der evangelischen Kirche. Beim Gemeindefest am vergangenen Sonntag wurden die treuen Musiker geehrt: Gerhard Friedrich für 45 Jahre als Obmann, Karlheinz Friedrich für 50 Jahre als Kassenwart sowie Ira Reichert für 25 Jahre und Marcel Wittmann für zehn Jahre Bläserdienst.
Alexandra Kemnitzer