Tobias Braunersreuther

Blasinstrumente aus Blech und Holz sind auf den Tischen aufgereiht. Im Vereinszimmer des Gasthofes Schicker deutet alles auf eine gleich beginnende Musikprobe hin. Aber dem war nicht so. Der Musikverein Ludwigschorgast betrieb Nachwuchswerbung und hatte interessierte Kinder, die gerne ein Instrument erlernen möchten, mit ihren Eltern zu einem Informationsnachmittag eingeladen. "Jugendarbeit ist uns wichtig, sind doch Kinder und Jugendliche unsere Musikerinnen und Musiker von morgen", betonte Rainer Streit.

Der Dirigent stellte auf anschauliche Art coronakonform die verschiedenen Blechblasinstrumente vor, darunter die gebräuchlichsten wie Trompete, Tenorhorn, Tuba und Posaune (das einzige Instrument, das keine Ventile hat, sondern einen Zug). Und wie entsteht ein Ton? Durch Vibration der Lippen am Mundstück, wie Streit vor Augen führte.

Mit dem Klassiker "Wild Cat Blues" machte Claudia Goller auf der Klarinette gleich richtig Lust auf Musik. Interessant: Von ihrem Instrument, das aus fünf Teilen besteht, nahm sie ein Stück nach dem anderen ab und fragte jedes Mal: "Kann jetzt noch ein Ton herauskommen?" "Nein", sagten die Kinder. Aber er konnte. Erst nach Abnahme des Blättchens am Mundstück war nichts mehr zu hören.

Außerdem zeigte die Musikerin, dass sich die Griffweise beim Saxophon und der Klarinette ähnelt.

Katharina König, die zum Stammpersonal der "Schorgasttaler" gehört, ließ Töne auf der Querflöte erklingen. Dann durften die Kinder ihre Lieblingsinstrumente ausprobieren, de-nen sie nach einigen Versuchen manchen Ton entlocken konnten. Eines wurde klar: Philipp (neun Jahre) will Trompete lernen. Kim (sieben) liebäugelt mit der Posaune und Peter (acht) hat bereits ein Bariton zu Hause. Wenn er seinem Papa, einem Könner auf der Tuba im Ludwigschorgaster Verein, nacheifert, dann wird er ein guter Musikant. Hinzu kommt noch je ein Bewerber für Schlagzeug und Klarinette. Die Leitung der fünfköpfigen Anfängergruppe wird Claudia Goller übernehmen. Wie Streit abschließend erklärte, hilft der Musikverein bei der Suche nach qualifizierten Ausbildern während der ersten zwei Jahre. Dabei sei auch an eine Kooperation mit der städtischen Musikschule Kulmbach gedacht, erklärt der Dirigent.