von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Erlangen-Höchstadt — Thomas Goppel sagte bei seiner Wahl zum Präsidenten des Bayeri-schen Musikrates: "Musik hat den Vorteil gegenüber der Politik, dass Widersprüche zumeist als erfreuliche Variation zur ursprünglichen Einlassung empfunden werden." Goppel stand 2008 mit dem Bayerischen Musikrat vor einem "Erledigungsstau", und die Mitglieder aus dem Profi- und Laienmusikbereich forderten die Umsetzung von Strukturmaßnahmen.
Dem Bayerischen Musikrat ist der Musikrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt um Längen voraus, dies wurde bei der Jahrestagung in Kalchreuth deutlich. Rund 70 Vertreter der Musik- und Gesangvereine aus dem Landkreis folgten der Einladung des Musikrates ins Oberland. Als besonders erfreulich bezeichnete Vorsitzender Christoph Maier die Entwicklung im Bereich Jugendkapellen. Hier zeige sich die Investition des Dachverbandes in Schulung, Aus- und Weiterbildung sowie die zunehmende Zusammenarbeit mit den Grundschulen.
Derzeit sind mehr als 1800 Musiker aus dem Landkreis im Nordbayerischen Musikbund (NBMB) organisiert, davon 700 im Alter bis 13 Jahre und rund 400 im Alter von 14 bis 20 Jahren. Sorgen macht sich Maier dagegen um die Überalterung der Chöre. Nach Meinung des ehemaligen Landtagsabgeordneten müsse auch die Politik an einer Lösung mitarbeiten. "Der Idealfall wäre eine Zusammenarbeit des Sängerkreises mit den Schulen und die Gründung von Kinder- und Jugendchören."

Kreis schüttet 20 000 Euro aus

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt unterstützt seit mehr als 20 Jahren die Musik- und Gesangvereine über den Musikrat des Landkreises. Wie Maier erläuterte, stehe auch der neugewählte Landrat Alexander Tritthart (CSU) hinter dem Musikrat und unterstütze die Arbeit der Vereine finanziell, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich. Für das Jahr 2015 bewilligte der Kreistag eine Förderung von 20 000 Euro, die nach vorgegebenen Richtlinien an die beantragenden Mitgliedsvereine des NBMB und des Sängerkreises verteilt werden.
Stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner (CSU) betonte die Wichtigkeit musischer Förderung von Kindern und Jugendlichen. "Das alles wird erst möglich, weil sie viel Freizeit in ihre ehrenamtliche Tätigkeit investieren und in den Vereinen Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und deren Eltern sind", dankte sie den Vereinsvertretern.