Schülerinnen und Schüler der Klasse 10g vom Gymnasium begaben sich erstmals mit dem Museumskoffer auf eine Zeitreise ins Herzogenaurach der Wirtschaftswunderjahre. Das berichtet der stellvertretende Museumsleiter Christian Hoyer in einer Pressemitteilung.
Der Aktionstag begann mit einer Stadtführung, die Herzogenaurach in der Nachkriegszeit in den Blick nahm. Dabei erfuhren die Schüler an Original-Schauplätzen vom Kriegsende in Herzogenaurach, der Flüchtlingssituation in der unzerstörten Kleinstadt, von der Volksküche und von der Neuansiedlung von Vertriebenenunternehmen ab 1946. Schlusspunkt der Erkundungstour in der Innenstadt war ein Abstecher ins Stadtmuseum, um vertiefende Informationen zur Thematik im Ausstellungsbereich zu erhalten.


Originaldokumente

Die eigentliche Arbeit mit dem Museumskoffer, der übrigens seinerseits ein Originalstück aus den 1950er Jahren ist, begann danach erst richtig. Neben authentischen Gegenständen der Zeit wie etwa in Herzogenaurach produzierten Holzknöpfen, dem 1949 erfundenen Nadelkäfig und ein Paar Schraubstollenschuhen fanden sich im Koffer etliche Originaldokumente zur Herzogenauracher Zeitgeschichte der 1950er Jahre und sogar ein Zeitzeugen-Interview mit einem Herzogenauracher, der als Vertriebener im Kindesalter in der Stadt gelandet war und sich in einer neu angesiedelten Firma sukzessive hochgearbeitet hatte.
Vier Arbeitsgruppen erarbeiteten nun Kurzbeiträge zu den Themen "Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen", "Wirtschaftlicher Strukturwandel und Boom", "Politische Stabilität und Soziale Marktwirtschaft" sowie "Freizeit, Konsum und Mentalitätswandel".


Metropolregion antwortete nicht

Jede Arbeitsgruppe stellte abschließend ihren Themenbereich im Plenum vor. "Kompakter und authentischer geht Geschichte kaum noch", so das Resümee einer Schülerin. Für Karin Both-Kowalski vom Gymnasium und Christian Hoyer vom Stadtmuseum, die das Projekt "Museumskoffer" einer zehnten Klasse im vergangenen Jahr betreut hatten, ging dieses schülerseitige Lob "runter wie Öl". Denn der für den Schülerwettbewerb bei der Europäischen Metropolregion offiziell und fristgerecht im Oktober 2016 eingereichte Wettbewerbsbeitrag aus Herzogenaurach blieb leider bis dato unbeantwortet.


Zufriedene Gesichter

Die Einweihung des Koffers in Herzogenaurach jedenfalls war ein voller Erfolg: zufriedene Schüler, zufriedene Lehrer, zufriedene Museumsleute. Was will man mehr? Na, eines schon, nämlich dass der Museumskoffer nun oft angefragt wird. red