Mehr als 22 000 Menschen haben in Bayern an der "Stunde der Gartenvögel" vom 13. bis 16. Mai teilgenommen. Das Endergebnis der wissenschaftlichen Mitmachaktion von LBV und seinem bundesweiten Partner NABU liegt nun vor. In über 16 000 Gärten und Parks wurden fast eine halbe Million Vögel gezählt und dem LBV gemeldet. Im Landkreis Kulmbach machten 177 Vogelzähler mit.

"Nach der Rekord-Teilnahme während des ersten Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr ist die Teilnehmendenzahl in Bayern auch dieses Mal wieder auf sehr hohem Niveau. Das freut uns sehr", sagte die LBV-Biologin Angelika Nelson. Im Gegensatz zu den steigenden Teilnehmerzahlen haben die Vögel im Freistaat in Zahl und Vielfalt seit Beginn der Mitmachaktion abgenommen. "Es wurden heuer mit durchschnittlich knapp 30 Vögeln pro Garten zwar gleich viele wie im Vorjahr gemeldet, der Wert liegt im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 16 Jahre aber erneut unter dem Mittelwert von über 32 Vögeln. Auch die Vielfalt der Arten ist von durchschnittlich elf auf heuer nur mehr acht gesunken", sagt Angelika Nelson.

Schon lange macht der LBV darauf aufmerksam, dass der Rückgang der Vielfalt und der Anzahl der Vögel in der Feldflur auch auf den Verlust von Strukturen wie Hecken und Säumen zurückzuführen ist. Dasselbe gilt auch für unsere Gärten, wie die Meldungen und Angaben zur Stunde der Gartenvögel dieses Jahr klar zeigen. "Wer unseren gefiederten Flugkünstlern helfen will, muss dafür sorgen, dass der Garten reich an Insekten ist. Und das erreicht man durch ein vielfältiges Angebot heimischer Laubgehölze, wilder Ecken, in denen auch mal Brennnesseln wachsen dürfen, und selbstverständlich durch den Verzicht auf Gift im Garten", sagt Angelika Nelson.

Im Bayerntrend

Wie im Vorjahr ist auch diesmal der Haussperling der am häufigsten beobachtete Gartenvogel in Bayern. Im Landkreis Kulmbach wurden 658 Haussperlinge gezählt, mit 600 erfassten Exemplaren folgt der Star auf Platz zwei. Ihnen folgen die Amsel (458) und der Feldsperling (414), die Kohlmeise (413) und die Blaumeise (327).

Auffällig sind die rückläufigen Sichtungen der Vogelarten Gartenrotschwanz und Bluthänfling. Ins Auge fällt auch der drastische Rückgang an Sichtungen von Rabenvögeln, insbesondere der Rabenkrähe und dem Eichelhäher. red