Unter dem Motto "Komm, holder Lenz" gab die Kissinger Sängervereinigung ihr traditionelles Frühlingskonzert in der Wandelhalle. Unter der Gesamtleitung von Thomas Betzer standen romantische und moderne Chorliteratur im Vordergrund, souverän vorgetragen vom Erwachsenen- und Jugendchor des Vereins, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erstmals seit 2019, dem Jahr vor der Pandemie, lud die historisch älteste Chorvereinigung der Stadt zu einem abendfüllenden Frühlingskonzert in die Wandelhalle ein. Die zahlreichen Besucher erlebten eineinhalb Stunden unterhaltsame Chormusik. Den Auftakt bildete der Konzertchor unter Leitung von Thomas und Mirja Betzer. Stimmstark, differenziert und mit überschäumender Freude am wiedergewonnenen Singen wurden Lieder der Romantik vorgetragen. Präsentiert wurden Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Franz Schubert. Wie der Vereinsvorsitzende Sven Steinbach hervorhob, gab es wegen der Regelungen in der Pandemie erschwerte Bedingungen bei der Vorbereitung. Krankheitsausfälle, Absagen und die beim Jugendchor "CHORisma" notwendigen Hybridproben aus Präsenz- und Videoproben, erschwerten die Probenarbeit.

Sodann folgte der Auftritt des 2018 zur Sängervereinigung gehörenden Jugendchors "CHORisma", der aus zwölf Chorsängerinnen besteht. Unter Leitung von Antje Kopp präsentierten die jungen Sängerinnen zeitgenössische Lieder, die das Publikum ebenfalls begeisterten. Der Funke zum Publikum sprang über. Der Chor sang die Lieder "Leuchtturm" (Nena), "Ein bisschen Frieden" (Nicole) und "Circle of Life" (Elton John), allesamt mit sauberer Intonation, Choreografien und mehrstimmigem Gesang. Besonnen und sensibel wurde der Jugendchor am Flügel von Stefan Ammersbach begleitet. Als i-Tüpfelchen hatte die Kissinger Sängervereinigung die Sopranistin Radka Loudova-Remmler und ihren am Klavier begleitenden Ehemann Fridolin Remmler engagiert. Die bekannte Sängerin feierte bereits als 18-Jährige in Budweis (Tschechien) ihr Debüt in Antonín Dvoráks "Rusalka". Sie hatte Lieder mit Frühlingsthemen mitgebracht, die die Chorlieder wunderbar ergänzten. Luodova-Remmlers frei schwebende, klangvolle und ausdrucksstarke Stimme und ihre gefühlvolle Interpretation der Lieder der romantischen Komponisten zog Besucher und Sänger gleichermaßen in ihren Bann. Als Geschenk hatte sie ein tschechisches Lied mitgebracht, welches sie ihrer Mutter widmete. Durch den Abend führte die sehr gut vorbereitete und unterhaltsame Moderatorin Pia Betzer. Ein Konzerthöhepunkt war der titelgebende Chorsatz "Komm, holder Lenz" aus dem weltlichen Oratorium "Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn. Dieser wurde gestalterisch souverän, dynamisch mitreißend und präzise vom Konzertchor der Kissinger Sängervereinigung unter der Leitung von Mirja Betzer, begleitet von Thomas Betzer am Flügel, vorgetragen.

Den Abschluss bildete der Kanon "Fängt der Mond die Sterne", der schließlich alle Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Thomas Betzer auf der Bühne zum Abschied vereinte. Der starke Applaus forderte zwei Zugaben, das "Lied vom Nichtverstehen" und "Hör mein Lied Elisabeth", die dankbar aufgenommen wurden. Erfüllt von Melodien gingen die Zuhörer in den lauen Abend auseinander. red