Die 18 Vereine der Fußball-Bayernliga Nord trafen sich zur Sommerarbeitstagung im Sportheim des SC Feucht. Spielleiter Thomas Unger aus Konradsreuth blickte noch einmal auf die Spielzeit 2015/16 zurück. Gustav Kagerbauer aus dem Verbandsspielausschuss, Walter Hofmann für das Schiedsrichterwesen und Heinz Ferber für das Sportgericht Bayern berichteten aus ihren Ressorts.
Unger war mit dem Ablauf der Serie im Großen und Ganzen zufrieden: "Es war eine bis zum Schluss sehr spannende Saison - und zwar oben wie unten in der Tabelle. Der Titel und die Vizemeisterschaft wurden erst am letzten Spieltag vergeben." Erfreulich war aus Ungers Sicht auch: "Es war ein mit den Vereinen insgesamt sehr reibungsloser Ablauf. Alle waren sehr kooperativ. Damit bin ich sehr zufrieden."
Für Aufsehen sorgte in der abgelaufenen Saison in der Bayernliga Nord der Fall des FC Eintracht Bamberg 2010, der im Frühjahr zum Insolvenzgericht gehen musste. Ohne Frage gab es dadurch in der Liga eine Wettbewerbsverzerrung. Die Bamberger hatten zum Teil mit einer starken und konkurrenzfähigen Mannschaft gespielt, in der Schlussphase dann aber mit einer gemischten Truppe keine Chance mehr auf Punkte. Dadurch wurde die Saison im oberen wie im unteren Bereich der Tabelle zum Teil deutlich beeinflusst.
Von Seiten des Sportgerichtes stand der Fall eines Spielers des SC Eltersdorf im Blickpunkt, der auf eine Niederlage seiner eigenen Mannschaft gewettet hatte. Für Aufsehen und zum Teil auch für Verärgerung hatte bei einigen Klubs die kurzfristige Änderung des Modus der Relegation zu den Bayernligen gesorgt.
Für das Schiedsrichterwesen referierte der ehemalige Bundesliga-Assistent Walter Hofmann aus Ansbach. Im Mittelpunkt seines Vortrages standen die von der FIFA-Exekutiv-Kommission beschlossenen Regeländerungen zur nächsten Saison, die so umfangreich wie noch nie sind. Hier wiederum gibt es eine gravierende Änderung. Bei einer Verhinderung einer klare Torchance im Strafraum, die zu einem Elfmeter geführt hat, gab es in der Vergangenheit in aller Regel die Doppelbestrafung mit Elfmeter und Roter Karte für den Sünder. Nun entscheidet der Schiedsrichter nach zwei Kriterien: War der Angriff zur Verhinderung einer Torchance ballorientiert oder gegnerorientiert. "Im ersten Fall reicht eine Gelbe Karte aus, im zweiten Fall, wenn der Spieler umgerissen wird oder das Foul ohne Chance auf den Ball geschieht, ist nach wie vor die Rote Karte zwingend", erläuterte Hofmann.


"Es wird noch komplizierter"

Der Mittelfranke berichtete weiter, dass es im Umgang mit den Vereinen in der Bayernliga Nord in der zurückliegenden Saison keinerlei Probleme gab: "Es war alles harmonisch und so weit okay."
Manfred Kreuzer, der Teammanager des Gastgebers SC Feucht, sieht die Regeländerungen kritisch: "Meiner Meinung nach wird es nun noch komplizierter. Denn vieles ist nun Auslegungssache. Das macht es für die Schiedsrichter und auch für die Spieler nicht einfacher. Das wird wohl zu noch mehr Diskussionen führen."


Milde Strafe

Für das Sportgericht Bayern referierte deren Vorsitzender Heinz Ferber aus Nürnberg. Er ging auf einen Fall ein: Ein Spieler des SC Eltersdorf musste vom Sportgericht für vier Monate gesperrt werden. Er hatte auf eine Niederlage seiner Mannschaft im Spiel gegen den TSV Aubstadt gesetzt. "Die Statuten schreiben da eine Bestrafung vor", so Ferber. Die fiel im Vergleich mit anderen Landesverbänden noch relativ gering aus: "Wir konnten strafmildernd berücksichtigen, dass sich der Spieler nicht persönlich bereichern wollte, sondern für einen Arbeitskollegen getippt hatte."
Gustav Kagerbauer aus Zwiesel, Mitglied im Verbandsspielausschuss (VSA), erläuterte noch einmal die kurzfristig zweimal geänderte Relegation zu den Bayernligen. "Uns ist bewusst, dass die Bekanntgabe, dass der 14. der Bayernliga Nord, der SV Erlenbach, nicht an der Relegation teilnehmen muss, zu kurzfristig war. Das wird nicht wieder vorkommen", sagte Kagerbauer. Denn erst einen Tag nach Saisonschluss, unmittelbar vor der Auslosung der Relegation im Sportheim des TSV Bogen, hatte der VSA bekanntgegeben, dass Erlenbach nicht an der Relegation teilnehmen muss. Im anderen Fall hätte die Gefahr bestanden, dass es in der Saison 2016/17 nur jeweils 17 Mannschaften in beiden Bayernligen geben würde und zwar im Fall des Aufstiegs des Regionalliga-Meisters SSV Jahn Regensburg in die 3. Liga, was ja dann auch so eingetroffen ist. Der VSA hatte dann im Laufe der Relegation den Modus ein weiteres Mal angepasst. So konnten die beiden Verlierer der zweiten Runde, der VfL Frohnlach und der SV Erlbach, noch einen weiteren Platz für die Bayernligen ausspielen, damit beide Ligen wieder auf 18 Vereine kommen: "Wir sind diesem Wunsch der Vereine nachgekommen, um zu dokumentieren, dass wir für die Vereine da sind", so Kagerbauer. Der TSV Bogen hatte die Initiative dazu ergriffen und kam mit seinem Wunsch durch. Der ASV Burglengenfeld, der an dieser dritten Runde auch hätte teilnehmen dürfen, hatte freiwillig verzichtet und sich so in sein Schicksal, den Abstieg in die Landesliga gefügt. Durch die Modifikation im Relegationsablauf musste am Ende die SpVgg Jahn Forchheim als 16. absteigen, während der VfL Frohnlach als 17. die Bayernliga halten konnte.


Derby in der Oberpfalz zum Start

Mit dem Oberpfälzer Derby DJK Ammerthal gegen den FC Amberg wird die Saison 2016/17 am Donnerstag, 14. Juli, eröffnet. Bis zur Winterpause werden 22 Spieltage, also bereits fünf aus der Rückrunde gespielt. Das letzte Wochenende, an dem 2016 gespielt wird, ist der 26. und 27. November. Das Spieljahr 2017 beginnt am 3., 4. und 5. März.