Auf ihren Einzug in den neuen Hort werden die Schwürbitzer Kinder noch einige Zeit warten müssen. Davon konnten sich die Gemeinderäte überzeugen, die bei einem Ortstermin gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Rosenbauer den Rohbau besichtigten. Erst Anfang Dezember wird es so weit sein, dass der Betrieb im Hort aufgenommen wird.

Dabei besteht ein echter Bedarf. Bisher sind die Hortkinder auf drei verschiedene Räumlichkeiten aufgeteilt. Die Kinder aus der 1. Klasse sind im Kindergarten untergebracht, die aus der 2. Klasse in der Schule, die Hortkinder aus der 3. und 4. Klasse in gemieteten Räumen im Pfarrzentrum.

Auch im Kindergartenbereich gab es Probleme. Viele Kinder wechseln aus der Krippe in den Kindergarten. Eine Gruppenstärke von 25 Kindern wäre damit nicht mehr zu halten gewesen. Um den Aufnahmestopp im Kindergarten zu vermeiden, entschloss man sich, eine Gruppe mit Vorschulkindern zu bilden. Diese Vorschulgruppe ist nun zunächst ein Jahr lang im neuen Hort untergebracht.

Da fügt es sich gut, dass bis auf weiteres nur 38 Schulkinder den Hort besuchen. Zusammen mit den 16 Vorschulkindern wird damit die genehmigte Höchstzahl von 50 Kindern um vier Kinder überschritten. Bei der Regierung stieß man auf Verständnis für diese "Notlösung". Die genehmigte Förderung wird davon nicht beeinträchtigt.

800 000 Euro Zuschuss

Immerhin 1,7 Millionen verschlingt der Neubau des Horts in Schwübitz. Rund 800 000 Euro stammen als Zuschuss aus dem Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern und einem Sonderinvestitionsprogramm. Damit liegt der Eigenanteil der Gemeinde Michelau bei circa 900 000 Euro. Der Kämmerer und die Mitarbeiter im Bauamt sind aktuell nicht zu beneiden.

"Wir haben momentan so viele Investitionen gleichzeitig in einem engen Zeitraum, wie wir sie eigentlich bisher noch nie hatten", betont Bürgermeister Dirk Rosenbauer. Er verweist damit auf die Totalsanierung der Johann-Puppert-Schule, den Neubau des Schülerhorts in Michelau, den Bau des Horts in Schwürbitz und auf die Hochwasserfreilegung Schwürbitz.

Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Horts für den Beginn des neuen Kindergartenjahrs im September geplant. Doch die Eröffnung wird sich um rund zwölf Wochen nach hinten verschieben. Aktuell steht der Rohbau. Die Verglasung der Fenster steht kurz vor dem Abschluss.

Der Eingang befindet sich an der Längsseite des Gebäudes. Durch den Windfang gelangt man an der Garderobe und den Toiletten vorbei ins Foyer. Rechts befinden sich verschiedene Funktionsräume: ein Eltern-Besprechungsraum, Leiterinnenzimmer, Geräteraum, Heizung und Werkraum. An die äußere Terrasse schließen sich im Innern die Räumlichkeiten für die Verpflegung an (Essen, Kochen, Vorrat/Lager).

Die wichtigsten Räume sind die beiden großen Gruppenräume, die für jeweils 25 Kinder ausgelegt sind. Ihre großen Fenster öffnen sich in südlicher Richtung hin zur Laufbahn an der Turnhalle. Zwischen den beiden Gruppenräumen befindet sich ein rund 50 Quadratmeter großer Nebenraum. In diesem können die Kinder, aufgeteilt in zwei Bereiche, ihre Hausaufgaben erledigen. Außerhalb führt der Flur am Außenspielbereich vorbei hin zur Turnhalle, die ebenfalls von den Hortkindern mitbenutzt werden kann.

Anwesend beim Ortstermin war auch die Leiterin des Kindergartens Kerstin Doppel. Sie wird zusätzlich im neuen Hort die Leitung übernehmen. Träger ist die katholische Kirchenstiftung Schwürbitz. Die politische Gemeinde Michelau ist verantwortlich für die Baumaßnahmen und den Unterhalt der Gebäude.

Im Zusammenhang mit dem Ortstermin wurde auch die Verkehrssituation an der Coburger Straße angesprochen. Diese Kreisstraße müssen die Kinder überqueren, wenn sie von der Schule in der Nachbarschaft zur Herz-Jesu-Kirche zum Hort laufen. Bisher gibt es in Schwürbitz keine Schulweghelfer. Vielleicht finden sich engagierte Bürger, denen die Sicherheit der Kinder am Herzen liegt.