Der bundesweite Vorlesetag, der jährlich am dritten Freitag im November stattfindet, möchte die Freude am Lesen und Vorlesen wecken. Schließlich unterstützt regelmäßiges Vorlesen die individuelle Entwicklung von Kindern und fördert die familiären Bindungen, sofern das Vorlesen im Familienkreis geschieht. Auch die Stadtbücherei beteiligte sich wieder an der Aktion, wobei die Stadtarchivarin Christine Wittenbauer wie im Vorjahr Bürgermeister Andreas Hügerich für eine Vorlesestunde gewinnen konnte.
Das Stadtoberhaupt wählte mit der mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichneten illustrierten Kindergeschichte "Oh, wie schön ist Panama" des bekannten Kinderbuchautors Janosch einen Klassiker der Jugendliteratur aus, der auch fast 40 Jahre nach seiner ersten Auflage nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt hat. Mindestens 50 Kinder hatten sich um den Bürgermeister geschart, der mit der Geschichte vom kleinen Bären und dem kleinen Tiger, die sich unbedingt nach Panama aufmachen wollten, eines seiner Lieblingsbücher aus seiner Jugendzeit mitgebracht hatte.


Tiger sammelt Pilze

Der Bürgermeister erzählte also von dem kleinen Bären, der ein leidenschaftlicher Angler war, und dem kleinen Tiger, der gerne im Wald Pilze sammelte, die beide in einem Haus an einem Fluss zufrieden wohnten, bis der Bär eine leere Kiste mit der Aufschrift "Panama" aus dem Wasser zog, die stark nach Bananen roch. Daraufhin überzeugte der Bär den kleinen Tiger, dass Panama ein wundervolles Land sein müsste, worauf sie sich auf den Weg zu ihrem Traumland machten, wobei sie erst noch aus der Holzkiste einen Wegweiser zimmerten, mit dem sie die Richtung anzeigten, in die sie gingen. Die Tiere, die sie unterwegs trafen, wiesen sie immer wieder in die gleiche Richtung nach links, so dass sie im Kreis herumliefen, und nach einiger Zeit wieder zu Hause ankamen, ohne dass sie es merkten, da ihr Haus zwischenzeitlich etwas verwittert war und da sie zudem den Wegweiser mit der Aufschrift "Panama" fanden, waren sie sich sicher, im gelobten Land zu sein.
Christine Wittenbauer untermalte die Geschichte sehr plastisch durch das Vorzeigen zahlreicher Bilder. Der Bürgermeister trug die Erzählung lebendig vor und verstand es, die Kinder immer wieder anzusprechen, zu fragen und in die Geschichte einzubinden. So brachte der Rathauschef die Kinder auch zu der Erkenntnis, dass es nicht ganz zutreffend wäre, wenn man behaupten würde, dass der kleine Bär und der kleine Tiger ebenso gut hätten zu Hause bleiben und sich den Weg sparen können. Schließlich hätten sie auf ihrer großen Reise viele Tiere kennengelernt und viele aufregende Sachen erlebt. Zum Schluss bedankte sich der Bürgermeister bei den Kindern für ihr gezeigtes Interesse. Als kleine Erinnerung durfte jedes Kind eine Urkunde mit nach Hause nehmen.