Hans-Peter Brendel hat ein Buch geschrieben - auf 104 handbeschriebenen Seiten. Der Titel: "Hummelflug". Doch bei dem Erstlingswerks des Inhabers der Kupferberger Markenagentur Bergwerk handelt es sich nicht um einen Natur-Ratgeber, sondern um ein Geschichten-Büchlein mit tiefgründigen Gedanken. Seine Botschaft: Mit dem Blick auf das Gute positiv denken und neue Gedanken wagen.

Sie haben ein Buch mit dem Titel "Hummelflug" geschrieben. Wie kamen Sie auf die Idee?

Hans-Peter Brendel: Diese Idee reift schon seit mehr als 15 Jahren. Ich weiß noch genau, wie sie entstanden ist: In einem Workshop mit der ehemaligen österreichischen Volleyball-Nationalspielerin und Psychologin Monika Matschnig, dem Radiomoderator und Kommunikationstrainer Paul Johannes Baumgartner und der Sachbuchautorin und Vortragsrednerin Sabine Hübner haben wir uns "gute Geschichten" erzählt. Vor einiger Zeit habe ich viel über unsere Agentur Bergwerk nachgedacht. Was macht uns aus? Was unterscheidet uns? Das war der Start, diese Gedanken einmal zusammenzufassen. So entstand das Büchlein.

Wie kamen Sie auf den Titel "Hummelflug"?

Über den Gedanken, unmöglich Erscheinendes doch zumindest mal auszuprobieren. Aus aerodynamischer Sicht kann die Hummel eigentlich nicht fliegen. Doch sie weiß nichts von den Gesetzen der Aerodynamik und fliegt. Sie fliegt, weil sie fliegen will. Ich möchte damit sagen: Es sollte in jedem Bereich mehr Hummeln geben. Es wäre schön, wenn wir viele Projekte angehen würden, die anscheinend nicht gehen.

Ich finde die Hummel sehr sympathisch, positiv und gut für unsere Welt. Deshalb ist das Buch auch gelb-schwarz - wie die Hummel.

Das Buch besteht aus vielen einzelnen Geschichten. Was ist ihnen gemein?

Es gibt immer zwei Blickwinkel - zu jeder Situation. Und die versuche ich, in dem Buch einzufangen. Es geht nicht ums Schönreden. Nein, es geht immer darum, verschiedene Räume einzunehmen, wenn wir bestimmten Situationen schon Raum geben oder geben müssen.

Das Werk ist aber kein Fachbuch über Kommunikation und Markenstrategie ...

Nein, vielleicht ist es ein Buch mit einem hohen Anteil an Erkenntnissen aus dem Lebensstudium. Es berichtet von vielen guten Begegnungen, für die ich sehr dankbar bin. Das Buch soll Lust machen, die Welt auch von den guten Seiten sehen zu können. Das ist wichtig, vielleicht auch gerade in einer sehr herausfordernden Zeit. Die Idee zu dem Buch ist allerdings vor Corona entstanden.

Was bedeutet das Schreiben für Sie?

Schreiben ist sehr wertvoll. Ich habe das Büchlein handschriftlich verfasst. Schreiben ist für mich der starke Ausdruck von Gedanken, der wohl stärkste Ausdruck neben den Bildern. Schreiben erfordert Ruhe, Zeit zum Denken. Das Geschriebene gibt Raum für Randnotizen, für Gedanken zwischen den Zeilen. Schreiben ist eine wunderbare Form der Kommunikation.

Für wen ist das Buch gemacht?

Für Menschen, die positiv nach vorne blicken wollen. Und gerade jetzt passt das natürlich. Wenn ich es schaffe, dass aus dem "Ja, aber ..." öfter mal ein "Warum eigentlich nicht?" wird, dann habe ich erreicht, was ich erreichen wollte.

Haben Sie eine Lieblingsgeschichte?

Zwei berühren mich sehr. Das "Blind Date" - hier habe ich intensiv erfahren, wie groß und im übertragenen Sinne sehenswert beziehungsweise spürenswert unsere Welt doch ist. Es geht um einen Besuch in der Blindenanstalt. Mir wurden die Augen verbunden, und so lernte ich die Einrichtung kennen. Das ist wirklich passiert. Schnell wurde mir klar, wie schnell wir vieles - trotz des Sehens - nicht mehr sehen oder wahrnehmen.

Und die zweite sehr direkte Geschichte ist der eigene Geburtstagsanruf. Was wünscht man sich eigentlich und was tut man dafür, dass die Wünsche auch wahr werden können. Ich wünsche den Menschen, dass sie sich mal auf die eigene Mailbox sprechen und über gute Wünsche für das Kommende sprechen und nachdenken sollten. Es klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber warum nicht.

In dem Buch verraten Sie auch, dass Sie Pippi-Langstrumpf-Fan sind. Warum?

Pippi ist wohl einer der besten Lebens- und Unternehmensberater. Sie hatte ja immer zwei kritische "Kunden": Tommy und Annika. Mich fasziniert ihre Einstellung. Wenn wir schon nicht wissen, was morgen ist, dann darf es doch auch was Gutes sein. Sie ist Kind, besser gesagt, neugieriges Kind geblieben.

Wie lautet die Botschaft des Gesamtwerks?

Lasst gute Gedanken zu. Lasst kraftvolle Gedanken zu. Und tut etwas dafür. Wir können uns das Morgen doch auch gut vorstellen.

Das Buch ist nicht nur für Ihre Kunden?

Nein. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Theologin Margot Käßmann und viele andere haben schon dieses Büchlein erhalten. Und was mich besonders gefreut hat: Spahn hat sich sogar handschriftlich bedankt.

Werden weitere Werke folgen?

Definitiv ja, aber die werden dann wohl fachlicher. Ich möchte mit Menschen aus der Wirtschaft und weiteren Fachleuten über diese Gedanken diskutieren.

Das Gespräch führte Sonny Adam.