Christoph Böger "Wir sind wieder da!" Ulrich Bieberbach ist in diesen Tagen stolz. Stolz auf seine Kegler. Endlich ist es offiziell: "Sein" PSV Franken Neustadt geht in der nächsten Saison wieder in der höchsten deutschen Spielklasse an den Start. Damit hat die Bayerische Puppenstadt wieder einen Erstligisten und das Coburger Land neben den Handballern des HSC Coburg auch einen zweiten Vertreter auf allerhöchstem sportlichen Niveau.

Nach dem HSC schaffen also auch die Kegler des PSV Franken Neustadt, trotz Saisonabbruch, völlig verdient den Sprung in die Eliteliga. Parallelen zwischen den Handballern und Keglern sind durchaus vorhanden. Beide Teams waren vor der Corona-Pandemie auf Titelkurs und bekamen diesen letztlich nach einer verkürzten Runde zugesprochen. Und beide Vereine vollziehen derzeit einen personellen Wandel auf Führungsebene: Beim HSC übernimmt Jan Gorr den Geschäftsführerposten von Michael Häfner, und beim PSV kehrt Ulrich Bieberbach an die Spitze des Clubs zurück und löst Rolf Mannagottera ab. Als seine künftigen Stellvertreter erhielten neben dem als Stellvertreter bereits etablierten Holger Birke auch noch Michael Moosburger und Dirk Köhn das Vertrauen der Mitglieder. Das ergaben die Wahlen am Mittwochabend während der Hauptversammlung des PSV. Wir haben uns danach mit dem neu gewählten PSV-Chef unterhalten.

Herr Bieberbach, Sie wurden als Vorsitzender gewählt. Und das entgegen ihrer Erklärung, sich allmählich von den Ehrenämtern zurückziehen zu wollen. Wie kam es zu diesem Umdenken?

Ulrich Bieberbach: Der Kegelsport und insbesondere mein PSV liegen mir sehr am Herzen. Mein Dank gilt vorab meinem Vorgänger Rolf Mannagottera, der den Club in einer schweren Zeit ruhig und sachlich lenkte. Nun aber wollen wir die Weichen für die nächsten Jahre stellen und meine Aufgabe wird es sein, den Verein strukturell und personell für die Zukunft aufzustellen.

Was meinen Sie damit genau? Arbeiten Sie wohl schon Ihren eigenen Nachfolger ein?

Grundsätzlich bin ich für Verschlankungen in sämtlichen Posten und Ämtern, aber wir blähen jetzt die Vorstandschaft deutlich auf. Neben drei Stellvertretern installieren wir einen Beirat. Hier wollen wir junge und interessierte Mitglieder einarbeiten und beteiligen. Vor allem Michael Moosburger und Dirk Köhn zeigen viel Engagement, brauchen aber noch Zeit. Wir hoffen, dass noch der ein oder andere ebenfalls die Lust am Ehrenamt entdeckt und sich für die Ziele des PSV starkmacht.

Hinzu kommt die Außendarstellung und Wirkung in der Öffentlichkeit. Kegeln ist und bleibt eine Randsportart, aber wir haben es in Neustadt etabliert und hierbei möchte ich noch mal helfen, das Ansehen des Clubs und des Kegelsports zu stärken.

Ihr Bruder Jürgen, der Sportliche Leiter des Teams, spricht von der schlagkräftigsten Truppe, die der PSV jemals hatte. Schaffen Sie mit diesen Jungs den Klassenerhalt? Bisher war die Klasse ja immer eine Nummer zu groß.

Es wird wieder sehr schwer, denn gleich fünf Teams steigen direkt ab und der Tabellensiebte muss in die Relegation. Aber wir haben uns gut verstärkt und müssen nun in der Vorbereitung hart arbeiten, um möglichst perfekt in die Saison zu starten. Ich traue es unserer Mannschaft auf jeden Fall zu, Platz sieben oder besser zu erreichen. Ein Auftaktsieg wäre natürlich fantastisch und ein guter Beginn.

Welche Ziele verfolgen Sie noch mit dem PSV Franken Neustadt in der neuen Saison?

Auch im BSKV, also im 120- Wurf-Spiel wollen wir weiter durchmarschieren und peilen in der Bezirksliga A den dritten Meistertitel in Folge an. Die anderen Ziele, abseits der Bahn, habe ich bereits angedeutet. Neben der Akquise von Sponsorengeldern geht es vor allem um die personellen Weichen, sowohl sportlich als auch in den verantwortlichen Bereichen.

Auch wenn Kegeln immer mehr an Zuspruch in Deutschland verliert, glaube ich, dass wir hier in einer Hochburg mit Staffelstein und Bamberg noch viele schöne Jahre vor uns haben, und dafür setze ich mich ein. Die Fans dürfen sich freuen.