Der 24. August 1955 war für Mutter Gertraud Reiter ein besonderer Tag. Denn an diesem Tag vor 65 Jahren legte sie als Benediktinerin der Abtei Maria Frieden ihre zeitlichen Gelübde ab. Damit gelobte sie "Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam". Aus diesem Anlass luden die Benediktinerinnen jetzt zu einem Jubiläumsgottesdienst ein, den Weihbischof Herwig Gössl aus Bamberg zusammen mit Pfarrer Hans-Werner Alt und Monsignore Georg Holzschuh zelebrierte. Gast war unter anderem auch der Bürgermeister von Zapfendorf Michael Senger. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Gruppe "Communis cantare".

Mutter Gertraud war eine der ersten beiden Kandidatinnen des neu gegründeten Klosters, welches 1953 von der damaligen Äbtissin Edeltraud Danner im oberfränkischen Kirchschletten nahe Zapfendorf gegründet wurde. Dabei hatten die Schwestern besonders in der Anfangszeit des Klosters viele Hürden zu überwinden. In diesen schwierigen Zeiten gab jedoch der Glaube Mutter Gertraud Kraft und Zuversicht. Nicht ohne Grund wählte sie daher ihren Wahlspruch bei der Äbtissinnenweihe: "Denn die Freude am Herrn ist meine Stärke!".

In den darauffolgenden Jahren, in denen Mutter Gertraud die Abtei teilweise als Priorin und später als Äbtissin führte, entwickelte sich das Kloster beständig weiter und vergrößerte sich auch durch die eigene Landwirtschaft. Viele Jahre leitete sie die Landwirtschaft und gab Religionsunterricht bei den Kindern der amerikanischen Soldaten, in Breitengüßbach und zuletzt in Zapfendorf. Heute blicke sie mit Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück. "Umso mehr freue ich mich, dass ich mein Professjubiläum mit meinen Mitschwestern, meiner Familie und vielen Freunden feiern konnte", so Mutter Gertraud weiter. red