Im Kronacher Stadtgebiet zeugen vielerlei Denkmäler von der bewegten Geschichte der Stadt. Zwei von ihnen, die Ehrensäule auf dem Melchior-Otto-Platz und das Kriegerdenkmal unterhalb der Festung Rosenberg, stehen jetzt zur Restaurierung an.

Für ihre Tapferkeit bei der Verteidigung der Stadt während des 30-jährigen Krieges wurde den Kronachern vom Bamberger Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg im Jahr 1651 ein neues Stadtwappen, eine goldene Bürgermeisterkette und der "Spanische Habit", ein Ehrengewand für den Stadtrat, verliehen. Aus Dankbarkeit errichteten die Kronacher Bürger im Jahr 1654 eine Säule zu Ehren des Fürstbischofs, die von den Kulmbacher Bildhauern Johann Brenck und Hans Georg Schlehendorn geschaffen wurde. Auf der Spitze der Säule befindet sich das von Melchior Otto verliehene Stadtwappen, das von zwei Männern flankiert wird, die ihre abgezogene Haut unter dem Arm tragen. Diese beiden Schildhalter erinnern an eine Begebenheit während der Belagerung der Stadt im Jahr 1632, als vier Kronacher Männer bei einem Ausfall, bei dem sie mehrere Kanonen der Belagerer durch Vernageln der Zündlöcher unbrauchbar machten, von den Schweden gefangen genommen und geschunden wurden.

Das Ehrenmal am Melchior-Otto-Platz präsentiert sich derzeit recht verwittert. Wappen und Schriftzüge sind schlecht zu erkennen. Im Sockelbereich sind am Sandstein kleinere Schäden vorhanden. Die Fugen der Sandsteinplatten sind durch den Frost ausgeplatzt.

Um dem Denkmal nicht zuletzt wegen seiner großen Bedeutung für die Stadtgeschichte wieder zu einem würdigeren Anblick zu verhelfen, wird das gesamte Ehrenmal einschließlich der Umwehrung jetzt gereinigt. Das Wappen mit den zwei Männern wird restauriert, die Schäden am Sandstein werden repariert und die Säule erhält einen neuen Anstrich. Die Sandsteinplatten werden neu verfugt. Die Kosten für die Sanierungsmaßnahme werden sich auf voraussichtlich 12 000 bis 15 000 Euro belaufen.

Der Zahn der Zeit hat auch am Kronacher Kriegerdenkmal genagt. Das Mahnmal ist 1935 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs entstanden und wurde 1936 eingeweiht. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert das Denkmal auch an die über 500 gefallenen und vermissten Kronacher dieses Krieges.

An der Gedenkstätte, die als Baudenkmal geschützt ist, haben sich im Laufe der Zeit Setzungen im Bereich des Sarkophags sowie bei den Gehwegplatten gebildet. Zudem hat sich die linke Sandsteinmauer durch den Erddruck nach außen geneigt. Einige Sandsteinquader sind stark beschädigt und ein großer Teil der Abdeckplatten auf dem Sandsteinmauerwerk hat sich gelockert.

Im Rahmen der Sanierung ist geplant, den Sarkophag sowie alle Gehwegplatten einschließlich der Sandsteinbänke abzubauen und zunächst zwischenzulagern. Die großen Lorbeerbüsche werden wegen der Sanierungsmaßnahmen wohl entfernt werden müssen. Ersatzpflanzungen sind aber vorgesehen. Der linke Bereich der Sandsteinmauer wird abgetragen, neu gesetzt und dabei mit einer neuen Stützwand rückverankert. Einzelne Sandsteinquader sollen ausgetauscht und kleinere Schadstellen ergänzt werden. Die Kosten werden auf 75 000 bis 90 000 Euro geschätzt. Zur Finanzierung hofft die Stadt auf Fördermittel der Oberfrankenstiftung und der Bayerischen Landesstiftung.

Im Stadtteil Friesen wickelt die Stadt noch ein weiteres Sanierungsprojekt ab. Im Mittelpunkt steht dabei das alte Schulgebäude. Die Holzfenster wurden bereits ausgetauscht, die Arbeiten zur Sanierung der WC-Anlage laufen. Weitere Ausbesserungsmaßnahmen an der Natursteinfassade und am Dach sind für den Herbst geplant. red