Um das Erleben von Geschichte dreht sich alles beim "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 11. September. Dann stehen die Türen offen bei Baudenkmälern, die sonst weniger bekannt und auch nicht zugänglich sind. Das Motto: "Gemeinsam Denkmale erhalten".
Häufig können nur durch das gemeinschaftliche Handeln aller Beteiligten die Aufgaben und Anforderungen der Denkmalpflege umgesetzt werden, beschreibt die Pressesprecherin des Landratsamtes, Monika Göhr, den Ansatz. Mit der Bereitschaft und dem Engagement der Eigentümer und der Unterstützung der Behörden und Fördergeber gelingt es, gemeinsam Denkmalschutz und Denkmalpflege erfolgreich zu praktizieren. "Eine Vielzahl von Beispielen in unserem Landkreis zeugt von diesem positiven, gemeinsamen Miteinander", sagt Landrat Wilhelm Schneider (CSU). Gleichwohl gebe es weitere Herausforderungen zur Erhaltung historischer Bausubstanz, die gemeinschaftliches Handeln nötig machen.


Tag will Mut machen

Der Denkmaltag am 11. September will allen Mut machen, sich für das baukulturelle Erbe zu engagieren.
Im Landkreis Haßberge ist laut Landratsamt folgendes Programm vorgesehen:
10.30 und 14 Uhr Altstadtführung "Gemeinsam Denkmale erhalten" in Zeil (Treffpunkt Rathaus): Erläuterungen zu öffentlichen Denkmalen und Privatgebäuden im Wandel der Zeit und der Architektur. Dabei geht es vor allem auch um Lebensqualität und Denkmalschutz im öffentlichen Raum. Gezeigt werden vorbildliche Hausrenovierungen. Angeboten werden zwei Rundgänge mit Stadtarchivar Ludwig Leisentritt, Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) und Stadtführerin Beate Reinhardt. Kontakt: Beate Reinhardt, Tourismusbüro Stadt Zeil, Telefon 09524/9490, E-Mail: b.reinhardt@zeil-am-main.de oder Stadtarchivar Ludwig Leisentritt, Telefon 09524/6555, E-Mail: ludwig@leisentritt.de.
14 bis 17 Uhr Schloss Oberschwappach: Die in den Jahren 1733 bis 1740 errichtete Dreiflügelanlage, die den Äbten des Zisterzienserklosters Ebrach als Sommerresidenz diente, beherbergt unter anderem ein Museum mit archäologischer und kunstgeschichtlicher Sammlung mit dem Schwerpunkt Barockzeit in Franken. Führung um 14.30 Uhr und nach Bedarf durch Mitglieder des Kulturvereins Schloss Oberschwappach. Kontakt: Gemeinde Knetzgau, Telefon 09527/790, E-Mail: gemeinde@knetzgau.de.
11 bis 17 Uhr Schloss Friesenhausen: Besichtigung der Außenanlagen und Wirtschaftsgebäude, Führungen durch die privaten Innenräume nach Bedarf durch Freiherren Ferdinand und Moritz Truchseß. Der von einem weiten Park umgebene zweiflügelige und viergeschossige Sandsteinbau wurde von 1593 bis 1701 auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Wasserburg errichtet. Schlosshof mit großer Toranlage und Reiterfiguren aus Sandstein, drei Obergeschosse, Stuckdecken, teilweise Originalausstattung um 1700 erhalten. Kontakt: Freiherr Ferdinand Truchseß von Wetzhausen, Telefon 0179 7303024, E-Mail: truchsess@gmx.net.
10 bis 20 Uhr Synagoge Memmelsdorf: Der Sandsteinbau mit quadratischer Grundfläche wurde 1728/29 errichtet. Die Synagoge verfügt über einen gut erhaltenen Thoraschrein und eine expressionistische Wandgestaltung der 1920-er Jahre. Seit 1995 ist sie im Besitz des Trägervereins. Die Instandsetzung ist abgeschlossen, die Synagoge ist heute als Entdeckungsraum und Lernort konzipiert. Führungen um 14 und 15.30 Uhr. 17 Uhr Kammerkonzert mit Peter Rosenberg und Botond Szöcs, Kompositionen im Spiegel von Licht und Schatten, Beethoven- Sonaten für Klavier und Violine. Kontakt: Iris Wild, Telefon 09544/985044 und Hansfried Nickel, Telefon 09531/943888.
10 bis 18 Uhr Wallfahrtskirche Maria vom Sieg Greßhausen: Die Wallfahrtskirche ist ein durch Gemeinschaft entstandenes Denkmal. 30 Nachbarorte halfen 1823 beim Bau der klassizistischen Kirche. Die histo-risch/neuromanische Ausstattung um 1900 ist vollständig erhalten. Reiche Bemalung von Eulogius Böhler (Würzburg), Franz Krombach (München) und Altäre von Valentin Oeckler (Nürnberg). Gnadenbild um 1500, Wallfahrt seit über 400 Jahren nachweisbar. 14 Uhr Führung durch Dr. Konrad Albert. Es gibt eine Posterausstellung zur Geschichte und zu den zum Teil international tätigen Künstlern sowie zur künstlerischen Ausstattung. Kontakt: Konrad Albert, Ruf 09727/5944.
11 bis 18 Uhr Jüdischer Friedhof Kleinsteinach: Der für den Haßfurter Bezirk angelegte jüdische Friedhof reicht bis ins Jahr 1453 zurück. Der heute noch lesbare älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1604. Der letzte der über 1000 noch vorhandenen Grabsteine wurde im jahr 1942 gesetzt. 14 Uhr Führung. Der Friedhof liegt westlich von Kleinsteinach (Gemeinde Riedbach). Der Zugang ist im Ort beschildert. Kontakt: Bernd Brünner, Telefon 09526/774.
10 bis 18 Uhr Burgruine Altenstein: freier Eintritt zur Burgruine und zum Burgeninformationszentrum, ab 13 Uhr werden zudem stündlich kostenlose Führungen angeboten. Kontakt: Burgeninformationszentrum in Altenstein, Telefonnummer 09535/1899892.