Betrifft den Artikel "Sie trauern um ihre Jobs" vom 22. Dezember:

Gut, dass der FT über die Situation der Angestellten des geschlossenen Alphatec-Marktes berichtet und ihnen damit eine Stimme gibt, die ihnen ihr Arbeitgeber offensichtlich nicht gewährt.
Die Protestaktion, so war zu lesen, wurde mit Lautsprechern und dem Einschreiten der Security unterbunden. Der Globus-Markt setzt sein Hausrecht durch und möchte seinen Kunden einen "entspannten und stressfreien" Einkauf ermöglichen. Am besten scheint es, die Öffentlichkeit erfährt nichts und das umsatzstarke Vorweihnachtsgeschäft wird nicht gestört.
Im öffentlichen Raum - zum Beispiel in der Fußgängerzone der Innenstadt - kann man sprichwörtlich auf die Straße gehen und sich Gehör verschaffen bzw. zuhören und diskutieren. Auf dem Gelände des Globus-Marktes bestimmt dagegen der Eigentümer, wer welche Meinung vertreten darf, oder überhaupt Zutritt erhält.
Die Privatisierung des öffentlichen Raumes ist ein Phänomen, das seinen Ursprung in Nordamerika mit seinen multifunktionalen und allgegenwärtigen Malls hat, die Einzelhandel, Dienstleistungen aller Art und Freizeitangebote unter einem Dach vereinen.
Die sich auch in Deutschland immer weiter verbreitenden Shopping Center, meist auf der grünen Wiese, stellen somit nicht nur unsere Innenstädte, sondern auch unser demokratisches Grundverständnis vor immer größere Herausforderungen.


Steffen Müller-Eichtmayer
Forchheim