Kaum aus der Ausbildung und schon mitten in der Krisenbekämpfung. So kann man den Start ins Berufsleben von Celina Rösch, Jessica Dietz und Joshua Pöhlmann beschreiben, die in diesem Jahr während der Corona-Pandemie ihre Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten abgeschlossen haben. Alle drei haben ihre Prüfung mit Bravour gemeistert, wie das Landratsamt mitteilte. "Wir haben viel gelernt und hatten auch Spaß", sind sich die neuen Nachwuchskräfte einig.

"Am meisten habe ich mich auf den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern in der Zulassungsstelle gefreut", so Celina Rösch, die bereits seit einigen Monaten in der Straßenverkehrsbehörde arbeitet. "Dies ist momentan jedoch nur mit Abstand möglich. Trotz der jetzigen Situation macht mir meine Arbeit viel Spaß und ich habe große Freude daran."

Auf einer ganz anderen Stelle, nämlich in der Projektplanung und -umsetzung des Dokumentenmanagementsystems, ist Jessica Dietz eingesetzt. Sie arbeitet maßgeblich mit daran, dass die Unterlagen des Landratsamtes vollständig elektronisch verfügbar sind. Das ist eine der Voraussetzungen dafür, dass noch mehr Anträge als bisher online vom Bürger gestellt werden können.

Sie sagt nach der Erfahrung der ersten Monate: "Unter Corona-Bedingungen mussten wir jetzt vieles kurzfristig umstellen. Aber Datensicherheit und notwendige Unterschriften setzen uns nach wie vor Grenzen."

Jessica Dietz sieht aber auch, dass viele Bürger die gewohnte Form der Erledigung direkt im Amt vermissen. Sie verweist außerdem darauf, dass das Landratsamt in kurzer Zeit im März die Zahl der Heimarbeitsplätze für die Mitarbeiter vervielfachen konnte.

Joshua Pöhlmann hat in der Personalverwaltung alle Hände voll zu tun. Aktuell ist er noch dabei, die Hektik der ersten Monate der Corona-Pandemie-Bewältigung mit allen Folgen aufzuarbeiten. Er hat die Koordination der Zeiterfassung übernommen. Durch die Corona-Maßnahmen im Landkreis (wie Teststation und Bürgertelefon) wurden nicht nur viele Helfer von außen kurzfristig in Ar-beitsverträgen beschäftigt. Auch die Mitarbeiter des Landratsamtes erbrachten in der Hochphase mehrere tausend Mehrstunden.

"Schritt für Schritt ist das als neuer Sachbearbeiter zu bewältigen", sagt Joshua Pöhlmann. "Natürlich hat der plötzliche Eintritt von Corona eingespielte Abläufe ins Stocken gebracht." Die zusätzlich eingestellten Mitarbeiter benötigen Arbeitszeitkonten, die schnellstmöglich anzulegen waren. Zudem stellten weitere Personalwechsel und das Abarbeiten der regelmäßigen Fälle einen großen Zeit- und Arbeitsaufwand dar. Pöhlmann sieht nach wochenlanger Aufarbeitung nun Land. Doch es wird noch Wochen dauern, bis alle Nacharbeiten erledigt sind.

Alles in allem sind die jungen neuen Sachbearbeiter nicht nur gut in ihre Aufgabenbereiche hineingewachsen, sondern sie haben auch trotz der erschwerten Bedingungen durch Corona ihre Ausbildung mit Bravour absolviert, lobt die Behörde. "Gerade das dritte Ausbildungsjahr war sehr kurz, weil wir uns natürlich auf die Abschlussprüfungen konzentriert haben", so die drei Absolventen. Der ruckartige Umstieg von Präsenz- zu Online-Unterricht ließ anfangs Bedenken entstehen, die sich jedoch rückblickend nicht bewahrheitet haben. Mit den auf einer Online-Plattform bereitgestellten Unterlagen der bayerischen Verwaltungsschule war ein effektives Eigenstudium gut möglich, meint das Trio.

"Durch den internen Unterricht, der den Auszubildenden vom Landratsamt zusätzlich zum eigentlichen Berufs- und Verwaltungsschulunterricht angeboten wird, konnten wir bereits Gelerntes wiederholen, vertiefen und uns Zusatzwissen aneignen. Das war auf jeden Fall eine große Hilfe während der Ausbildung und bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung", erklärt Celina Rösch.

Rückblickend haben die drei Nachwuchskräfte ihren Traumberuf im Landratsamt Haßberge gefunden, weil "man bereits als Auszubildender täglich neue Aufgaben zu erfüllen hat, aber dadurch eben auch gefördert wird", erklärt Jessica Dietz. Selbstverständlich konnte man jederzeit auf eine Unterstützung seitens der Kollegen zählen.

"Diese Ausbildung war für mich die richtige Entscheidung", sagt Joshua Pöhlmann. Verwaltung ist für ihn keinesfalls eintönig, sondern ausgesprochen vielfältig. Ähnlich äußert sich Celina Rösch: "Während der Ausbildung hat mir am meisten das Kennenlernen der unterschiedlichen Abteilungen des Landratsamtes Freude bereitet." Verwaltung sei heute modern und stehe mitten im digitalen Wandel, beschreibt sie.

Ganz gleich ob Zulassung, Arbeitsmanagement oder IT-Projektunterstützung - die diesjährigen Ausbildungsabsolventen des Landratsamtes Haßberge übernahmen mit ihren guten Vorleistungen direkt nach der Ausbildung verantwortungsvolle Aufgaben. Dass sie neben guten praktischen Leistungen auch hervorragende Ergebnisse in den Abschlussprüfungen erzielten, lobten der Landrat Wilhelm Schneider, Geschäftsleiter Horst Hofmann und die Ausbildungsleiterin Angelika Berthold.

Ein herausragendes Ergebnis erzielte Jessica Dietz aus Goßmannsdorf. Mit der Traumnote von 1,20 belegte sie von 849 Prüflingen zusammen mit weiteren Prüflingen den fünften Platz im Freistaat Bayern in der Abschlussprüfung zur Verwaltungsfachangestellten. Ebenso wurden ihr für den ausgezeichneten Notendurchschnitt von 1,0 in der Berufsschule der bayerische Staatspreis durch die Regierung von Unterfranken und der Ludwig-Erhard-Schulpreis verliehen. Sie erfüllt mit diesen Leistungen die mögliche Aufnahme in ein Förderprogramm für ein Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. red