Es schmerzt: Für gewöhnlich veranstalten die Mitglieder des Schützenvereins "Tellkameraden" an ihrem Vereinsheim ihr legendäres Schützenfest. Bei Jung und Alt hat es schon lange einen Kultstatus. Aber: Zum zweiten Mal in Folge bleibt es auf dem Festplatz am Tellschützenhaus ruhig.

"Wir alle hatten die große Hoffnung, dass es nach einem Jahr Pause heuer wieder unser Tellschützenfest gibt", erzählt Vorsitzender Manfred Stark. Als Deutschland jedoch von der dritten Corona-Welle erfasst wurde, schwand die Hoffnung auf ein normales Fest 2021.

Dennoch wissen die Mitglieder, was sie an ihrem Verein haben, und halten ihm die Treue. "Pandemiebedingt gab es bei uns keine Abmeldung", kann der Vorsitzende berichten. Auf diesen Rückhalt sei er stolz.

Er geht davon aus, dass es die Vereine künftig generell nicht einfach haben werden. Vielen fehlten Einnahmen aus Festen, Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten. Auch die Tellkameraden hätten im vergangenen Jahr nichts eingenommen. Andererseits sei ein stattlicher Betrag notwendig, um das Schützenhaus zu unterhalten, Versicherungsbeiträge oder sonstige Abgaben zu bezahlen.

Erst Ende 2019/Anfang 2020 ging die neue Heizung im Schützenhaus in Betrieb. Im Zuge dieser Maßnahme musste ein neuer Tank eingebaut werden. Außerdem wurde ein gepflasterter Weg als barrierefreier Zugang zur Terrasse und zum Eingangsbereich geschaffen.

Hinzu kam, dass Ende März festgestellt wurde, dass sich im Wirtschaftsraum des Schützenhauses der Fliesenboden gleich an mehreren Stellen gelöst hat. Der gesamte Belag musste ausgebaut und das komplette Inventar herausgeräumt werden. Kein leichtes Unterfangen, schließlich galt es während dieser Arbeiten, die Corona-Regeln einzuhalten. Nachdem die Vorarbeiten erledigt waren, brachte eine Firma den neuen Belag auf. Der Schadensfall am Fußboden schlägt mit 10 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen die Kosten für einen neuen Gläserschrank, die neuen Heizkörper und den Thekenumbau. Von der Gemeinde gab es einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro. Der Großteil der Kosten bleibt am Verein hängen.

Nun ist immerhin eine kleine Feier im Herbst geplant. Außerdem ist die Hauptversammlung in den nächsten Monaten nachzuholen. Eigentlich wird sie am 5. Januar durchgeführt. Wenn ein Termin feststeht, wird eine Ära zu Ende gehen, denn nach 33 Jahren will Vorsitzender Stark seinen Posten in jüngere Hände geben. Die Nachfolge im Vorstand sei sogar schon geregelt und vorbereitet, erzählt Stark. ake