Die Berufsschule II Coburg verabschiedete 44 Medizinische und 18 Zahnmedizinische Fachangestellte. Den Staatspreis der Regierung von Oberfranken für hervorragende schulische Leistungen bekam Jana Schneider.
Nur dem Arzt zu helfen, das entspreche schon lange nicht mehr dem Aufgabenspektrum in einer modernen patientenorientierten Praxis, sagte die Schulleiterin der Berufsschule II Coburg, Oberstudiendirektorin Martina Borcherding. Medizinische Fachangestellte benötigen fundiertes medizinisches Fachwissen, organisatorisches Talent und einen feinfühligen Umgang mit Menschen. Der Beruf habe das Zeug zu mehr als nur einem "Job". Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte seien die Schnittstelle zwischen Arzt und Patient, Technik und Mensch. Eingebunden in ein Team, managen sie den Praxisbetrieb, stellte Martina Borcherding heraus.
Die meisten der Absolventinnen werden nach den Worten der Schulleiterin den eingeschlagenen Weg fortsetzen und versuchen, ihren Traum von einem erfüllten Berufsleben umsetzen. Das Rüstzeug, um mit Zuversicht diesen Wege einschlagen zu können, hätten sie erhalten und darauf vertraue die Berufsschule.


Lehrer zufrieden mit den Noten

Bei den Medizinischen Fachangestellten haben in diesem Jahr 48 Auszubildende an der Prüfung teilgenommen und bis auf vier Teilnehmer haben alle auf Anhieb bestanden. Der Gesamtschnitt von 2,67 könne sich durchaus sehen lassen, so Lehrerin Barbara Waldhäuser. Zwölf Absolventinnen hätten sogar die Note Eins vor dem Komma geschafft - eine Superleistung.
Im praktischen Teil der Prüfung hätten sie alle ein phänomenales Ergebnis erzielt: der Durchschnitt lag hier bei 2,37. Dies hätten die frischgebackenen Fachangestellten der guten Ausbildung in den hiesigen Arztpraxen und Kliniken aber auch der hervorragenden Arbeit der Lehrkraft für Behandlungsassistenz zu verdanken.
Bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten haben insgesamt 18 Auszubildende an der Prüfung teilgenommen und alle haben bestanden. Beim Gesamtschnitt würden sie mit 2,8 auf alle Fälle in der oberen Hälfte bayernweit gesehen liegen, so Waldhäuser.
Besonders freue sie, dass fast alle Medizinischen Fachangestellten von ihren Praxen oder von ihrer Klinik übernommen werden. Die wenigen, die nicht weiterbeschäftigt werden, hätten schon größtenteils eine andere Praxis gefunden oder seien in anderen Ausbildungsmaßnahmen untergekommen. Für gutes medizinisches Personal bestehe schon seit Jahren ein Käufermarkt. Deshalb sei es wirklich vonnöten, dass die Praxen ihren Nachwuchs verstärkt selbst ausbilden, stellte Barbara Waldhäuser heraus.


Dringend benötigter Nachwuchs

Der Leiter des Bildungszentrum Kloster Banz Michael Möslein appellierte an die Absolventinnen, sich in ihren Beruf und in die Gesellschaft einzubringen. "Sie werden dringend benötigt." Zur Versorgung der Menschen in der Region müssen junge, motivierte und lokal verwurzelte Leute ausgebildet werden, sagte Dr. Jürgen Illnitzky, Vertreter der ärztlichen Kreisverbände Coburg, Kronach und Lichtenfels.
Den dornigen Weg der Lehre hätten sie nun erfolgreich zum Abschluss gebracht, sagte der Vertreter der Zahnärzte, Dr. Elmar Palaunek. Heute könnten sie mit Stolz sagen: "Wir haben es geschafft." Die heutigen Absolventinnen hätten sich auf eine Entdeckungsreise durch einen der schönsten Berufe, den es auf der Welt gibt, gemacht und dabei bereits das erste Etappenziel erreicht, so Jutta Drabeg als Vertreterin des Berufsverbandes für Medizinische Fachberufe.
Wolfgang Desombre