Er war von 1982 bis 2000 über drei Wahlperioden hinweg Bürgermeister von Oberthulba und ist jetzt Altbürgermeister und Ehrenbürger. Gerhard Adam feiert am morgigen Sonntag, 18. September, seinen 85. Geburtstag, der Markt Oberthulba richtet einen Empfang für ihn aus.

Die Familie stammt aus Troppau im Sudetenland. Mit der Vertreibung verschlug es sie nach Scheinfeld in Mittelfranken, wo Adam auch sein Abitur abgelegt hat. In seiner Bundeswehrzeit, die er als Leutnant der Reserve beendete, durchlief er unter anderem die Panzertruppenschule in Munster. Während seiner Lehrerzeit in Gefäll lernte Gerhard Adam seine spätere Ehefrau Inge kennen.

Der Schulortwechsel nach Schlimpfhof erfolgte 1966, wo dann auch ihr Wohnhaus entstand. 1974 wurde Gerhard Adam für ein Jahr an die Sonderschule für Lernbehinderte nach Bad Kissingen versetzt und 1975 absolvierte er ein zweijähriges Studium in Sonderschulpädagogik. Er sei immer gerne Lehrer und mit Kindern zusammen gewesen, berichtet Adam.

Zur Kandidatur überredet

1982 sei er von Herbert Neder mehr oder weniger zur Kandidatur überredet worden. "Ich hatte zuvor noch nie einer Gemeinderatssitzung beigewohnt", verriet Adam. Mit einem großen Vertrauensbeweis und über 70 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen zwei Mitbewerber durch und wurde zum Bürgermeister gewählt. Für ihn sei alles neu gewesen, aber er sei auf eine gute und tüchtige Verwaltung und Geschäftsleitung getroffen. Auch bei den Bürgerinnen und Bürgern sei viel Verständnis dagewesen. Die Integration der Gemeindeteile hätte ihm immer am Herzen gelegen.

Solide, korrekt und glaubwürdig

In seine Amtszeit fielen die kommunale Neugliederung also die Entstehung der Großgemeinde, Bauhof mit Feuerwehrhaus, Rathausumbau und ein neu geschaffenes Baugebiet in Oberthulba mit rund 70 Baugrundstücken. Mit solider und korrekter Arbeitsweise und Glaubwürdigkeit hat Gerhard Adam dem Markt Oberthulba nach außen zu großem Ansehen verholfen. Ab 1984 gehörte Gerhard Adam dem Kreistag an, zwölf Jahre davon als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses.

Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Landkreisehrenzeichen in Gold. Mit seinen Amtsnachfolgern Gotthard Schlereth und aktuell Mario Götz verstand und verstehe er sich ausgesprochen gut, sagt der Altbürgermeister.

Seit 1967 übernimmt Gerhard Adam bei Gottesdiensten den Organistendienst. Aktuell nur noch in Schlimpfhof, davor noch in Wittershausen und teilweise in Albertshausen und in Hassenbach, wo er er letztes Wochenende als Organist verabschiedet wurde.

"Jeden Früh gehört die Lektüre der Saale-Zeitung dazu", sagt er und lobt im Besonderen den Lokalteil. Die Gartenarbeit im großen und gepflegten Garten teilen seine Frau und er sich auf. Während seine Frau Büsche und Bäume schneide, sei er schon einmal auf dem Aufsitzmäher anzutreffen. Auch das Holz für den Kachelofen für den kommenden Winter haben die beiden vor kurzem noch gesägt und aufgeschichtet.

Durch Corona ins Krankenhaus

Auf der Fahrt nach Hamburg und Bremen mit der Senioren-Union hat sich das Paar im Juni diesen Jahres Corona eingefangen. Während es bei seiner Frau Inge relativ mild verlief, lautete für ihn die Diagnose: Sofort ins Krankenhaus, um eine Lungenentzündung zu vermeiden. Seit dieser Zeit verspürt Gerhard Adam nach eigenen Angaben eine leichte Wortfindungsschwäche. Bei der ÖFG war Adam Gründungsmitglied und Sitzungspräsident, außerdem gehört er bis heute der Kirchenverwaltung Schlimpfhof an. Voller Stolz berichtete er über den Neubau des Glockenturms und der neuen Kirche mit der engen Wendeltreppe, die zur Orgel hoch führt.

Das Paar gab als Lieblings-Reiseziel Südtirol an. Schon über 25 Mal sei man dort im gleichen Hotel im gleichen Ort gewesen. Möglicherweise sei es das letzte Mal im eigenen 5er BMW gwesen, den er als Hobby bezeichnete, und der die Garage nur bei schönem Wetter verlässt. Für das nächste Mal überlegten sich die beiden, mit der Bahn zu fahren. Früher waren im Hause Adam immer Deutsche Schäferhunde anzutreffen, heute beheimaten die Tierfreunde vier Katzen, drei davon sind Freigänger. "Dank" und "Glück" ziehen sich wie ein roter Faden durch seine für den Empfang geplante Rede.