von unserem Mitarbeiter horst wunner

Thurnau — Er hat in einer kleinen Kellerwerkstatt in Berlin angefangen, machte sich als Autodidakt vor 40 Jahren in Oberfranken in Thurnau selbstständig und ist nun bundesweit im bereich Echtholzdesign bekannt. Dieses Jubiläum feierten Klaus Bartels und seine Frau Franziska mit Gästen aus Deutschland und dem europäischen Ausland.
"Bolle und Goller" spielten, ein vom einladenden Ehepaar selbst geschriebenes und inszeniertes Maskenspiel begeisterte das Premierenpublikum, ein weiterer Höhepunkt des Jubiläums war das Kulmbacher Vokalensemble "Tonart" unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ingo Hahn. Allein wegen der zwölf Interpreten hätte der Weg nach Thurnau gelohnt. Für eine Stunde gaben sie dem "Werkstatt-Konzert", wie es Hahn nannte, einen Hauch des Sakralen und des Spirituellen, das in Heiterem mündete.


Umgeben von Unikaten

Es saß sich gut in der Werkstatt, denn zur Jubiläumsausstellung zeigte Klaus Bartels alle seine Unikate, das Schaffen aus 40 Jahren kreativer Ideen und Denkanstöße. Zu bewundern waren Designstudien von Stühlen, Sitzgruppen und Schränken.
Ein besonderer Blickfang war der Tisch aus Ulme mit sechs Sitzgelegenheiten rundherum: rustikal, individuell und mit künstlerischem Esprit. "Das Holz hat drei Jahrzehnte im Trockenen gelegen. Daher ist der Tisch auch nicht so schwer. Ich habe das erst vor wenigen Tagen vollendet", verrät er.
Ein bisschen Surrealität liebt Bartels ebenso. Wie die Modelle "Sehnsucht", ein nach oben strebendes Holzstück, oder der "Sprung", einem Tierskelett ähnlich, an Motive von Caspar Walter Rauh erinnernd. Bartels wurde 2007 für den Bundesdesignpreis nominiert. Ihm gelingt es, Holz Leben einzuhauchen, Wohnliches mit Kunst zu verbinden, praktisch und dennoch außergewöhnlich.
Vom selbstständigen Kommunikationsanalytiker für Filme entwickelte sich Bartels zum renomierten Möbeldesigner. "Ich kam etwas überraschend zu meiner Berufung, obwohl ich immer schon handwerklich begabt war. Den Ausschlag hat die Geburt meiner Tochter vor 41 Jahren gegeben." Er habe ihr damals eine Wiege gebaut und die habe so viel Anklang gefunden, dass er eine Menge weitere anfertigen musste.


Der Weg zum Designer

"Der Weg zum künstlerischen Schreiner war dann nicht mehr weit, nach Holzspielzeugen und Kindergarteneinrichtungen folgten Aufträge für die Inneneinrichtung von Restaurants und Kirchen, das sind 80 Prozent meiner Kunden." Die Synagoge in Krefeld trage ebenso seine Handschrift.
Die Intension des Design-Künstlers: "Ich möchte noch viele Räume mit meinen Möbeln beseelen."