Dem Biber auf der Spur war der Gartenbauverein Ludwigschorgast bei einer Exkursion. Unter der fachkundigen Führung von Biberberater Erich Schiffelholz und seinem Kollegen Harry Leucht erfuhren die rund 40 Erwachsenen und Kinder viel Wissenswertes über den außergewöhnlichen Nager und seinen Lebensraum.

Ziel war die naturbelassene Auenlandschaft zwischen Ludwigschorgast und Neuenmarkt. Am Ende des Hinweges gab es gleich den ersten sicheren Hinweis auf ein Biberrevier. Geschickt hatte der pelzige Geselle quer zur Fließrichtung des Baches Äste, Zweige und Schlamm zu einem Damm aufgeschichtet, um das Wasser anzustauen. Dazwischen: eingebaute Dammrohre. "Das haben wir gemacht", sagte Erich Schiffelholz. So könne das Wasser weiterfließen, Felder und Wiesen werden nicht überschwemmt. Benagte Bäume und geschälte Äste zeigten weitere charakteristische Spuren des Bibers.

Nachdem sich die Teilnehmer den Weg durch gefällte Bäume und Gebüsch gebahnt hatten, tauchte die Biberburg auf, die sich für den Laien wie ein großer Reisighaufen darstellt. "Der Eingang ist immer unter Wasser, der Wohnkessel selbst liegt über Wasser", erklärte Schiffelholz. Die streng geschützten Tiere seien reine Vegetarier, ihre Lieblingsspeise die Baumrinde. Mit seiner Gestaltungskraft sorge der Nager auch für Biotope und Artenvielfalt. Allerdings sei sein Treiben bei Land- und Forstwirten als Anrainer nicht immer willkommen. Daher gehöre zur Aufgabe der beiden Berater, die Akzeptanz dieser Tierart zu festigen.

Harry Leucht: "Mensch und Tier sollen friedlich nebeneinander leben können." Von der Biberfamilie ließ sich niemand blicken. "Biber sind in der Dämmerung und nachts aktiv", so Leucht. tb