Bei sommerlichen Temperaturen konnten sowohl Fuß- als auch Buswallfahrer einen intensiven Pilgertag in Dettelbach erleben. Zum 377. Mal fand die Gelöbniswallfahrt der Höchstadter St.-Georgs-Pfarrei statt, der sich heuer erstmals die Gremsdorfer St.-Ägidius-Pfarrei anschloss.
Den über 50 Fußwallfahrern, die von Dekan Kilian Kemmer am frühen Samstagmorgen ausgesandt wurden, folgten am Sonntagmorgen die Buswallfahrer und Privatpilger. In der Dettelbacher Wallfahrtsbasilika feierten mehr als 600 Pilger den Festgottesdienst. Für die Kinder gestaltete das Team der Kita St. Michael eine Kinderwallfahrt und einen Wortgottesdienst im Klostersaal.


Beklagenswerte Entwicklung

Seiner Ansprache legte Dekan Kilian Kemmer ein Zitat des Schriftstellers Umberto Eco zugrunde. "Seitdem die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht nichts, sondern alles." Kemmer beklagte den Verlust von Ehrfurcht gegenüber Leib und Seele der Menschen sowie gegenüber der Schöpfung. Für ihn gründet dieser Verlust "in dem sich fortsetzenden Vergessen Gottes". Verantwortung vor Gott ist nach den Worten des Dekans kaum ein Thema mehr. "Wo der Glaube an ein Leben nach dem Tod verschwindet, braucht es auch keine Verantwortung mehr vor Gott." Zum heiligen Jahr der Barmherzigkeit passend zitierte Kilian Kemmer einen Satz aus dem Lobgesang Mariens. "Gott erbarmt sich über alle, die ihn fürchten." Wieder Ehrfurcht vor Gott und den Mitmenschen zu lernen, könne ein Mehr an Menschlichkeit hervorbringen, so Kemmer.
Die Stadtkapelle unter der Leitung von Markus Koppmann, der Kirchenchor unter der Leitung von Florian Mayer, die Organisten Reinhard Döring und Bernhard Schöfer sowie Rektor Michael Ulbrich mit Solo-Gesangseinlagen umrahmten den Gottesdienst.
Bürgermeister Gerald Brehm (JL) erneuerte vor dem Wallfahrtsaltar das Gelöbnis der Stadt Höchstadt aus dem Jahr 1639. Dieses Gelübde verspricht, jährlich eine Wallfahrt von Höchstadt nach Dettelbach zu unternehmen und so den inneren und äußeren Frieden für die Stadt zu erbitten.
Nach der Andacht am Nachmittag dankte Dekan Kilian Kemmer besonders der Organisatorin der Fußwallfahrt, Angela Neudörfer, für die großen logistischen Leistungen, die sie und ihr Team aufbrachten. Insgesamt zeigte sich der Dekan dankbar, dass kurz nach der großen Rom-Wallfahrt die Wallfahrt nach Dettelbach so "einen enorm hohen Zuspruch erfahren durfte". LM